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Rechenschaftsbericht:Seefeld auf Sparkurs

Bürgermeister Kögel spricht in Video über Gemeindehaushalt und Wohnungsbau

Von Christine Setzwein, Seefeld

Bürgerinformation statt Bürgerversammlung heißt es in Zeiten der Corona-Pandemie. So können sich die Seefelder seit Dienstagabend auf der Homepage der Gemeinde (www.seefeld.de) den Rechenschaftsbericht und Ausblick von Bürgermeister Klaus Kögel per Video anschauen und anhören. "Die Pandemie verlangt uns viel ab, und wir werden mit den Einschränkungen noch länger umgehen müssen", sagt Kögel in die Kamera. Trotzdem bereite ihm sein Amt große Freude.

Gemeindehaushalt, Ortsentwicklung, Tiefbau und Liegenschaften, Soziales, Verwaltung und Ausblick sind seine Themen, die er in 40 Minuten erläutert. Er spricht von "restriktiver Haushaltsplanung und intensiven Sparrunden", durch die es gelungen sei, die Corona-bedingten Mindereinnahmen in Höhe von etwa zwei Millionen Euro abzufedern. Darum seien 2020 weder Kreditaufnahmen noch ein Nachtragshaushalt erforderlich.

Der Ausblick auf 2021 ist nicht so positiv. Kögel erwartet eine Erhöhung der Kreisumlage und weiter sinkende Steuereinnahmen. Was die "Mobilität" betrifft, sind für Kögel der barrierefreie S-Bahnhof Hechendorf, die Verlängerung des Gehwegs am Bahnübergang, Tempo-30-Zonen und die Spielstraße "Am Höhenrücken" wichtig. Was den Bau von Wohnungen angeht, tut sich in Seefeld einiges. So plant die gemeindliche SeeKU im Anschluss an das Einheimischenmodell in Hechendorf etwa 20 bis 24 Wohneinheiten, an der Stampfstraße in Oberalting sind es weitere 20 bis 25, und die Maro baut 22 Genossenschaftswohnungen an der Hedwigstraße. "Der Spatenstich dort wird in wenigen Tagen erfolgen", sagt Kögel.

Beim Gewerbe verweist der Bürgermeister auf das Fachbehördengespräch, bei dem sich drei geeignete Standorte herauskristallisiert hätten. Weil dieses "Scoping-Verfahren" so erfolgreich gewesen sei, wende man es nun auch bei der Suche nach geeigneten Standorten für einen Klinikneubau an. "Zwei bis drei wollen wir anbieten", sagt Kögel. Wohlwissend, dass eine Entscheidung nicht alleine Seefeld treffen könne, weil auch Herrsching als neuer Klinikstandort in Frage kommt.

Das Nahwärmenetz, die Erweiterung des Supermarkts in Oberalting, die Freizeitanlagen in Hechendorf und Spielplätze sind weitere Themen des Bürgermeisters. Außerdem geht er auf die Wasserversorgung ein und auf den geplanten verkehrsberuhigten Bereich vor dem Seniorenquartier. Auf die Eröffnung des neuen Pflegeheims "freue ich mich sehr".

Weitere Gründe zur Freude sieht Kögel im neuen Trausaal im alten Rathaus Hechendorf, der zur Belebung des Dorfkerns beitrage, im guten Klima in Gemeinderat und Verwaltung, in den funktionierenden Kindergärten und Schulen, im Jugendhaus, den Nachbarschaftshilfen und dem Asyl-Helferkreis.

So es das Coronavirus erlaubt, wird es im kommenden Jahr ein großes Fest geben in Seefeld: Die berühmte Eichenallee wird 250 Jahre alt, das soll am 13. Juni gefeiert werden.

© SZ vom 11.11.2020
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