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Realschule in Schondorf:Schulbau mit Hindernissen

Schondorf: Anbau Realschule

Schönes Schulhaus, aber auch schön teuer: Schondorfs Bürgermeister Alexander Herrmann, sein Uttinger Kollege Josef Lutzenberger, Landrat Thomas Eichinger und Architekt Stefan Arlt (stehend von links) sowie Schulleiter Günter Morhard und Christian Kusch vom Landratsamt freuen sich, dass der Neubau fertig ist.

(Foto: Nila Thiel)

Klassenzimmer mit moderner Technik, Chemie-Räume und Platz für die Nachmittagsbetreuung: Die Erweiterung ist eröffnet worden. Die Kosten von 24 Millionen Euro liegen um ein Fünftel höher als erwartet

SchondorfEin Mammutprojekt nähert sich der Fertigstellung: Seit zwei Jahren wird an der Schule gebaut; die Gesamtkosten belaufen sich auf 24 Millionen Euro, 20 Prozent über der Kostenschätzung vom Herbst 2015. Auch wenn fast sieben Millionen Euro an Zuschüssen im kommunalen Finanzausgleich zu erwarten sind - für den Landkreis Landsberg ist die Sanierung und Erweiterung der Wolfgang-Kubelka-Realschule für Buben "das größte Bauvorhaben in der zu Ende gehenden Wahlperiode". Dies sagte Landrat Thomas Eichinger am Donnerstag bei der offiziellen Inbetriebnahme des neu errichteten Gebäudes, das als Bauteil C bezeichnet wird.

Dieses Haus, das anstelle der abgebrochenen Einfachturnhalle errichtet wurde, bietet auf einem Grundriss von 39 mal 20 Metern etwa 3000 Quadratmeter Geschossfläche. Im Parterre findet die neue Mensa mit Küche, Speisesaal und Nebenräumen Platz, für die der Landkreis aber immer noch einen Betreiber sucht: "Keine ganz einfache Sache", räumte Eichinger ein. Er war dennoch zuversichtlich, dass man bis zu Beginn des nächsten Schuljahrs eine Lösung präsentieren könne.

Als nicht ganz einfach hat sich auch der gesamte Bau bisher erwiesen. Wegen der Vielzahl bei der Erstellung des Bebauungsplans beteiligter Behörden verzögerte sich das Verfahren und es wurde ein einjähriger Baustopp verhängt. Darin sieht Architekt Stefan Arlt auch den Hauptgrund, warum sich das Vorhaben, für das zunächst 19,6 Millionen Euro angesetzt waren, verteuert hat: "Alles musste ein zweites Mal ausgeschrieben werden, innerhalb eines Jahres war der Preis für das Hauptgewerk um 15 Prozent gestiegen."

Ein Vergleich der Baukosten mit vor Jahren fertiggestellten Schulhäusern - für den 2015 in Betrieb gegangene Erweiterungsbau der Dießener Mädchenrealschule hatte der Kreis 2,6 Millionen zu Gesamtkosten von 7 Millionen Euro beigesteuert - sei kaum möglich. Nicht nur die Baupreise, auch die gesetzlichen Anforderungen an die Gebäude seien gestiegen: "Die Latten etwa bei der Barreierfreiheit werden immer höher gelegt", als Beispiel nannte Arlt die verbesserte Lärmdämmung in Klassenzimmern, damit auch schwerhörige Kinder dem Unterricht folgen können.

Im demnächst 50 Jahre alten Altbau wird im Laufe der noch nicht abgeschlossenen Umbauten noch ein Lift installiert. Aus der anvisierten Teil- sei längst eine Generalsanierung geworden, sagte Arlt. Die Fertigstellung bis zum kommenden Schuljahr bedeute deshalb "einen sehr sportlicher Zeitplan".

Im neuen Haus C wurden ganz oben fünf helle, auch optisch ansprechende und mit modernster Technik bestückte Klassenzimmer eingerichtet; sowie je ein Ausweich- und Lehrmittelraum. Im ersten Geschoss befinden sich Chemie-Fachräume, drei Zimmer zur Nachmittagsbetreuung und zwei weitere Ausweichräume. Im Keller wurde die Technikzentrale und die Heizung untergebracht: Sie wird mit Holzpellets befeuert, zur Spitzenlast auch mit Gas.

Im Mai oder Juni soll der dritte Teil des Bauprojekts, die Dreifachturnhalle, in Betrieb genommen werden. Schulleiter Günter Morhard wünschte sich am Donnerstag noch einen Beachvolleyballpaltz und eine Soccer-Box für den Sport im Freien: "Die 528 Jungen hier brauchen Bewegung." Außerdem sei zur Abwehr von Vermüllung und Vandalismus außerhalb der Schulzeit und an Wochenenden ein Zaun um das Gelände von Vorteil.

© SZ vom 14.02.2020
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