Die Idee ist nun 25 Jahre alt: Im Mai nach der Jahrtausendwende saßen bei einem Zeltlager auf der Raistinger „Satellitenwiese“ einige Jugendleiter am Lagerfeuer, das Radom, die Antennenkuppel, im Blick. Da keimte ein fantastischer Geistesblitz auf: Ließe sich die 40 Meter hohe und 50 Meter breite Kuppel des Industriedenkmals als Projektionsfläche für Kinofilme nutzen? Drei Monate später fand ein Testlauf mit Beamer und Generator statt, und im Jahr darauf feierte das „Space Cinema“ der Georgspfadfinder Premiere: Während sich bei „Mars Attacks“ auf dem Radom die UFOs zum Angriff auf die Erde sammelten, huschten Sternschnuppen über den Himmel und auf den Wiesen rundherum reckten die 18 monumentalen Antennenschüsseln der Erdfunkstelle ihre Ohren ins All.
Seitdem laden die Pfadfinderfreunde vom Bezirk Rochus Spiecker nahezu jährlich für drei Tage zu ihrem einzigartigen Open-Air-Kino ein. Vom Donnerstag, 16. Juli, bis zum Samstag werden auch dieses Jahr wieder drei Filme vorgeführt, im Vorprogramm ist Livemusik zu hören, Eintritt wird nicht verlangt. Auf dem 1963 errichteten Baudenkmal von nationaler Bedeutung wird das 30 mal 16 Meter große Bild trotz der konvexen Oberfläche fast frei von Verzerrungen projiziert, eine speziell für Raisting zusammengestellte Ton-Anlage leistet 10 000 Watt.
Das mit monatelanger Vorbereitung verbundene ehrenamtliche Engagement der inzwischen nicht mehr ganz jungen Organisatoren ist umso lobenswerter, weil immer wieder Rückschläge zu verkraften waren. 2012 schlug die bisher dunkelste Stunde. Auch zum Abschluss der offiziellen Einweihungsfeier der neuen Radomhülle am 6. Juli war damals eine Space-Cinema-Vorführung geplant. Doch dann walzte ein heftiger Gewittersturm mit Hagel alles nieder: Feiernde und Veranstalter, Zelte, Projektoren und Lautsprecher. Vier Personen wurden verletzt, sämtliche technischen Geräte lagen zerstört am Boden. Auch 2020 machte ein Sturm einen Strich durch die Rechnung, der die neue Hülle des Radoms zerriss: Es folgte der Lockdown, aber 2022 und 2023 wurden neue Publikumsrekorde aufgestellt.
In den vergangen beiden Jahren aber spielte das Wetter nicht mit, 2025 musste sogar eine Vorführung wegen Dauerregens ganz abgesagt werden. Um sich gegen Nässe und Kälte zu wappnen, ist es empfehlenswert, nicht nur Sitzgelegenheiten wie Klappstühle, Liegen oder Isomatten mitzubringen, sondern gegebenenfalls auch Planen, Decken und warme Kleidung. Auf der Homepage spacecinema.de zeigt eine „Wetterampel“ ab 19 Uhr an, was am jeweiligen Abend zu erwarten ist: Steht sie auf Rot, fällt die Veranstaltung aus, bei Gelb könnte es regnen, Grün steht für beste äußere Bedingungen.

Zur guten Stimmung tragen die Pfadfinder bei, indem sie von 19 Uhr an die „Space-Bar“ und den Biergartenbetrieb öffnen sowie Gegrilltes, Couscous, Schupfnudeln und Crêpe anbieten. Um 19.30 Uhr starten dann die Konzerte: Am Donnerstag tritt der Singer-Songwriter Dimi auf, am Freitag präsentieren Toff ihre Mischung aus Hip-Hop und Indie-Pop und am Samstagabend wird der Singer-Songwriter Andreas Sedlmeir erwartet.
Mit den Titeln der Filme darf aus urheberrechtlichen Gründen nicht geworben werden, sie können aber mit einer E-Mail an filme@spacecinema.de erfragt werden. Hier sei nur verraten, dass zum Auftakt eine Filmbiografie über einen Folksänger gezeigt wird, dessen Karriere 1961 in New York begann. Am Freitag stehen dann ein humorvoller bayerischer Film für die ganze Familie und am Samstag ein Action-Streifen auf dem Programm, Beginn ist jeweils bei Einbruch der Dunkelheit gegen 21.45 Uhr.

