Radsport:Der Rausch, der den Kopf frei macht

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Radamateur Alexander Steffens

In der Mittwochsgruppe wird "ganz locker" ein bis zwei Stunden lang gefahren, samstags geht es richtig zur Sache: Das Radtraining dauert etwa vier bis fünf Stunden.

(Foto: Foto: Privat)

Die Aktiven des AS Cycling Teams Dießen möchten Menschen rund um den Ammersee zum Radfahren animieren

Radamateur Alexander Steffens

Sport- und Fitnesskaufmann Alexander Steffens (re.) hatte die Idee zur Gründung des AS Cycling Dießen.

(Foto: Foto: Privat)

Dießen - Sie loten ihre körperlichen Grenzen aus, lieben Geschwindigkeit und lassen sich auch von schweren Stürzen nicht bremsen - die Rennradler des AS Cycling Teams aus Dießen. Seit Januar 2020 gibt es den Verein, der auch Mitglied im Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) ist. Ziel ist es, "Menschen rund um den Ammersee zum Radfahren zu motivieren", erklärt Alexander Steffens. Der Sport- und Fitnesskaufmann hatte die Idee zur Vereinsgründung. "Es gibt so viele Gleichgesinnte, die die Leidenschaft zum Rennradeln teilen", berichtete er bei der jüngsten Mitgliederversammlung im Vereinshaus des Sponsors TQ-Systems am Wörthsee. In den Sportvereinen der Region seien Radsportabteilungen jedoch eher selten.

Dabei liegt der Rennradsport im Trend. Anfangs hatten sich lediglich eine Handvoll Sportler zu gemeinsamen Radfahrten und zum Indoor-Training auf den Ergometern getroffen. Während des Lockdowns sind die Aktiven auf virtuelle Radfahrten ausgewichen. Seit die Corona-Regeln im Sommer gelockert wurden, ist das Team "mit 20 Personen und mehr gemeinsam unterwegs", berichtet Steffens. Die Zahl der Mitglieder ist auf 68 angewachsen - eine gemischte Gruppe aus jung und alt, Rennradlern und Mountainbikern, Halbprofis und Anfängern. Sie verbindet "die Leidenschaft für das Radfahren", sagt Steffens. Im Verein werden die Mitglieder in Trainingsgruppen und mit individuellen Trainingsplänen gefördert.

Mittwochs und samstags findet das Team-Training statt. In der Mittwochsgruppe wird abends "ganz locker" ein bis zwei Stunden lang gefahren. Samstags geht es richtig zur Sache. Das Radtraining beginnt um 10 Uhr und dauert etwa vier bis fünf Stunden. Für individuelle Touren gibt der Verein Vorschläge wie die 152 Kilometer lange "große Runde" (Auerberg über Peißenberg bis Penzing), Mountainbike-Touren wie die 48 Kilometer "Rund um den Ammersee" oder die "flache" 16 Kilometer lange Tour für Familien von Dießen bis zum Biergarten in Stillern. "Der Spaß und das gemeinsame Erleben" stehen im Vordergrund, versichert Steffens. Einige Mitglieder nehmen darüber hinaus an Wettbewerben teil - und das mit Erfolg. Bei der Mitgliederversammlung wurden Fotos verschiedener Siegerfeiern gezeigt, bei denen Gewinner des Dießener Teams von der Siegertreppe winkten. Eine der erfolgreichsten Sportlerinnen des Vereins ist die 52-jährige Ina Repetzki: Der Flugbegleiterin aus Landsberg gefallen die Rennen, bei denen sie sich so richtig auspowern und den Kopf frei bekommen kann. Am liebsten bewältigt sie steile Bergstrecken, bei denen es um Kraft und Ausdauer geht, erzählt sie.

Schattenseite des Sports sind die Stürze. "Sie gehören einfach dazu", meinte Steffens. Der 28-jährige Dießener weiß, wovon er spricht. Steffens war auf dem Weg zur Profikarriere, als er 2019 schwer stürzte. Es folgte ein wochenlanger Aufenthalt auf der Intensivstation in Ljubljana. Es war fraglich, ob Steffens angesichts seiner Verletzungen jemals wieder fahren könnte. Doch er kämpfte sich zurück und versucht, an seine Karriere anzuknüpfen. In seinem Alter sei das nicht so leicht, weiß er, doch er lässt sich auch nicht entmutigen. Um Stürze zu vermeiden, plant Steffens ein Sicherheitstraining für die Vereinsmitglieder.

Um Startgelder, Hotels, Anfahrten und das Rennmaterial zu finanzieren, ist der Verein auf Sponsoren angewiesen. "Es gibt bereits zehn, die uns unterstützen", freut sich der Vorsitzende, der von Christian Hackl (Stellvertreter), Christoph Drewes (Schriftführer), Christian Schürenberg (Sportlicher Leiter) und Burkhard Steffens (Kasse) im Vorstand unterstützt wird.

In der kommenden Sportsaison hofft das AS Cycling-Team wieder bei mehreren Rennen mitzumachen. Geplant sind derzeit die "UCI Gran Fondo World Series", der "German Cycling Cup", ein Radmarathon sowie ein Lizenzrennen. Und dann erzählt Steffens von seinem Traum: Ein eigenes Rennen, organisiert von AS Cycling Team, auf dem Air-Tech-Campus in Oberpfaffenhofen. Denn dort sei es viel einfacher, die privaten Straßen für ein Radrennen zu sperren als auf öffentlichen Straßen.

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