Verbindung München-Starnberg:Radschnellweg einstimmig abgelehnt

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Verbindung München-Starnberg: 6000 Radler täglich werden für die insgesamt etwa 25 Kilometer lange Trasse von der Landeshauptstadt in Richtung Osten über Poing bis nach Markt Schwaben prognostiziert.

6000 Radler täglich werden für die insgesamt etwa 25 Kilometer lange Trasse von der Landeshauptstadt in Richtung Osten über Poing bis nach Markt Schwaben prognostiziert.

(Foto: Catherina Hess)

Nach Absagen aus Krailling und Gauting spricht sich auch der Mobilitätsausschuss des Starnberger Kreistags gegen das Millionenprojekt aus.

Von Michael Berzl

Nach einer aufwendigen Studie eines Kölner Büros und Ausgaben von mehr als 30 000 Euro stellt der Landkreis Starnberg nun alle Bemühungen zum Bau eines Fahrrad-Schnellwegs nach München ein. Dafür hat sich der Mobilitätsausschuss des Kreistags einstimmig ausgesprochen. Ein Millionenprojekt, das neue Akzente in der Verkehrspolitik setzen sollte, ist damit schon im Ansatz gescheitert. Für die betroffenen Kommunen waren auch die immensen Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro ausschlaggebend. Auch die Wegführung wurde kritisiert. "Wir verabschieden uns schlicht und einfach von dem Projekt", empfahl Landrat Stefan Frey (CSU) in der Sitzung am Dienstag.

Die bis zu vier Meter breite Trasse sollte von Starnberg mitten durch Gauting und Krailling bis in die Landeshauptstadt führen und so eine möglichst direkte, schnelle und hindernisfreie Verbindung für Radfahrer bilden. Die Strecke auf dem Gebiet des Landkreises Starnberg wäre gut 15 Kilometer lang gewesen. Doch nach klarer Ablehnung aus den beiden betroffenen Gemeinden und ähnlichen Signalen aus der Stadt Starnberg folgt nun die Absage des Landkreises. Der Starnberger Stadtrat will sich an diesem Donnerstag mit dem Thema befassen. Auch dort ist eine Ablehnung der jetzt vorliegenden Bestvariante zu erwarten.

Die Ergebnisse der Studie hätten sich "in der Praxis als nicht durchführbar erwiesen", heißt es im Fazit von Isabella Weber, die im Landratsamt die Stabsstelle für Mobilitätsprojekte leitet. Das Projekt werde daher nicht weiter forciert, Landkreis München und Stadt München würden entsprechend informiert. Auch Alternativrouten sollen nicht mehr untersucht werden. Sonst würden erneut hohe Kosten anfallen, warnte Frey.

Im angrenzenden Landkreis München sieht man in der Verbindung weiterhin "großes Potenzial"

Den einmütigen Beschluss gegen die Schnellverbindung trägt auch der Grünen-Kreisrat Anton Maier mit, der selbst oft zur Arbeit nach München radelt und sich stets für die Belange der Radfahrer einsetzt. Auch er lehnte eine Umplanung ab, die nur eine Verschlechterung der Route bringen würde.

Für die sogenannte Bestvariante, die sich aber nun als nicht durchsetzbar erweist, waren Gesamtkosten von fast 19 Millionen Euro veranschlagt. Ein großer Teil davon wäre aber durch Zuschüsse gedeckt worden. Die anderen Schnellweg-Äste im geplanten Netz können auch nach der Absage aus Starnberg weiter geplant werden. "Wir sind da nicht das Zünglein an der Waage", sagte Landrat Frey. Er sieht in der aufwendigen Trasse nur einen geringen Nutzen. Im Fünfseenland betreffe das Angebot nur "eingefleischte Nutzer".

Der Münchner Landrat Christoph Göbel hingegen sehe in der Schnellverbindung nach Starnberg, die auch durch Planegg und Gräfelfing führt, weiterhin "großes Potenzial", teilt eine Sprecherin des Münchner Landratsamts mit. An weiteren Schnellverbindungen wie etwa nach Garching oder Markt Schwaben werde deshalb weiter gearbeitet.

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