RadomSöder und die Mondlandung

Abstecher zum Radom: Ministerpräsident Markus Söder mit der Weilheimer Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Raistings Bürgermeister Martin Höck (li.).
Abstecher zum Radom: Ministerpräsident Markus Söder mit der Weilheimer Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Raistings Bürgermeister Martin Höck (li.). (Foto: Nila Thiel)

Ministerpräsident besucht das Industriedenkmal in Raisting, zur Ouvertüre erklingt "Also sprach Zarathustra".

Von Armin Greune, Raisting

"Also sprach Zarathustra": Richard Strauss' sinfonische Dichtung weckt Erinnerungen an den Film "2001: Odyssee im Weltraum" aus den 1960er-Jahren. An diesem Freitag dienen die bombastischen Töne als Ouvertüre zum Auftritt des bayerischen Ministerpräsidenten im Radom, das selbst ein Relikt der Zeit ist, als die Menschheit ins All aufbrach. Dank der Antenne 1 der Raistinger Erdfunkstelle konnte in Europa die Mondlandung live im Fernsehen verfolgt werden. Ob so auch der damals zweijährige Markus Söder Augenzeuge des epochalen Ereignisses wurde, ist nicht überliefert.

Im strömenden Regen wird der Landesvater hastig von Weilheim-Schongaus Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Raistings Bürgermeister Martin Höck begrüßt. Vor der Luftschleuse kann Hermann Martin noch ein Exemplar seines Buchs überreichen, in dem er die Historie der Erdefunkstelle und der Satellitenkommunikation darstellt. Unter der Schutzhülle gibt die 23-köpfige Raistinger Blaskapelle ihr Bestes, um die Akustik des einzigartigen Industriedenkmals eindrücklich zur Geltung zu bringen. Hinter der roten, fast 40 Meter durchmessenden Parabolantenne sind ein Buffet und Tische aufgebaut. Dort wollen Mitarbeiter des Landratsamtes ein internes Gespräch mit Söder führen, bevor dieser über das Pollinger Hospiz zur Eröffnung der neuen Berufsschule in Weilheim weiterfährt. Im Halbdunkel wird der Radom-Dokumentarfilm auf die Hülle projiziert: Offenbar soll dem Ministerpräsidenten das Potenzial des riesigen Antennenraums vorgeführt werden. Seit Jahren feilt man an einem Museumskonzept, um mehr Besucher ins Radom zu locken, aber die Mittel des Landkreises als Eigentümer sind begrenzt. Da wäre eine Finanzspritze des Freistaats sicher willkommen.

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