ÖkologieInvasive Muschel im Starnberger See

Lesezeit: 1 Min.

Wo sich die Quagga-Muschel festsetzt, ist sie kaum mehr zu vertreiben. Sie kommt aus dem Schwarzmeerraum und wurde vermutlich durch die Schifffahrt verbreitet.
Wo sich die Quagga-Muschel festsetzt, ist sie kaum mehr zu vertreiben. Sie kommt aus dem Schwarzmeerraum und wurde vermutlich durch die Schifffahrt verbreitet. (Foto: dpa/Silke Oldorff)
  • Die invasive Quagga-Muschel wurde erstmals im Starnberger See nachgewiesen, nachdem sie bereits im Bodensee und Chiemsee zur Plage wurde.
  • Die Muschel kann Schiffsrümpfe überwuchern, Leitungen verstopfen, das ökologische Gleichgewicht stören und Badegäste durch scharfe Kanten verletzen.
  • Das Landratsamt beruft eine Expertenrunde ein, um die Ausbreitung in andere Seen im Landkreis zu verhindern.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Bei einer Untersuchung wurde die Quagga-Muschel nachgewiesen, die schon in anderen bayerischen Gewässern zur Plage wurde. Sie kann Schäden an Infrastruktur und Umwelt verursachen. Das Landratsamt will eine Ausbreitung in andere Seen verhindern.

Von Michael Berzl, Starnberg

Im Bodensee und im Chiemsee hat sie sich schon zur Plage entwickelt, nun taucht die Quagga-Muschel auch im Starnberger See auf. Bei Schadstoffuntersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) ist die invasive Art dort erstmals nachgewiesen worden, teilt das Landratsamt mit. „Breitet sie sich weiter aus, kann sie zu nicht unerheblichen Problemen führen“, heißt es in der Mitteilung der Behörde. Deswegen werde eine Expertenrunde einberufen.

Die Muschel ist in vielfältiger Weise lästig bis gefährlich, sie kann Schiffsrümpfe und Bojen überwuchern, sodass diese immer wieder gereinigt werden müssen. Sie kann Wasser- und Abwasserleitungen verstopfen, Fischernetze zerstören oder die Motorkühlung von Booten lahmlegen. Die Art kann auch das ökologische Gleichgewicht durcheinander bringen, einheimische Arten verdrängen und weite Teile des Seegrunds bedecken. Badegäste könnten sich an der scharfkantigen Muschel verletzen, warnt das Landratsamt. Das Weichtier mit einer gestreiften Schale ist zäh und kann bis zu vier Tage auf dem Trockenen überleben. Ihren Namen verdankt sie vermutlich einer Zebra-Art.

Angebot der SZ
:Wählen Sie den Whatsapp-Kanal für Ihren Landkreis

Die Süddeutsche Zeitung bietet Whatsapp-Kanäle für alle Landkreise rund um München an. Das Angebot ist kostenlos. So abonnieren Sie die Kanäle.

Die Dreikant-Muschel mit einer Schalenlänge bis zu drei Zentimetern stammt ursprünglich aus den Mündungsbereichen von Flüssen in das Schwarze Meer und ist vermutlich durch den Schiffsverkehr hierhergelangt. Im Chiemsee wurde die Muschel im vergangenen Jahr erstmals entdeckt, im Bodensee bereitet die Art schon seit bald zehn Jahren Probleme; mittlerweile werden dort stellenweise bis zu 4000 Exemplare pro Quadratmeter gezählt. Daher ist dort schon von einer Invasion die Rede. Deswegen hat dort eine internationale Konferenz geprüft, ob etwa eine Bootsreinigungspflicht beschlossen werden soll, um zu verhindern, dass die Muschel weiter verschleppt wird.

In Starnberg beraten Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt nun mit Experten von Behörden und Forschungsinstitutionen, was zu tun ist. Sie wollen sich dabei auch mit Seenutzern und Interessenvertretern abstimmen. Man will sich auch die Erfahrungen in bereits stärker betroffenen Regionen zunutze machen. Ziel sei vor allem, die Verbreitung in andere Gewässer im Landkreis zu verhindern, heißt es in der Mitteilung vom Donnerstag. In den anderen Seen wie Ammersee, Wörthsee oder Pilsensee ist die lästige Muschel demnach bis jetzt nicht nachgewiesen.

© SZ/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Amtsgericht Starnberg
:Justizkatze „Spezi“ ist wohlbehalten wieder aufgetaucht

Der junge Kater hatte sich in einem Altenheim gemütlich gemacht, ohne sich vom Starnberger Amtsgericht abzumelden. Doch alle sind erleichtert, dass dem Tier auf seiner Wanderschaft nichts passiert ist.

Von Christian Deussing

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: