TierschutzskandalProzess um tote Ziegen beginnt im November

Diese jungen Ziegen auf der Weide gehörten zur Herde des einstigen Vorzeigebetriebs am Ammersee. 
Diese jungen Ziegen auf der Weide gehörten zur Herde des einstigen Vorzeigebetriebs am Ammersee.  Nila Thiel

Auf einem Hof bei Dießen waren im vergangenen Jahr  80 verdurstete und verhungerte Tiere entdeckt worden. Die Halter müssen sich nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor Gericht verantworten.

Von Christian Deussing, Dießen

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Die Anklage gegen die zwei Betreiber eines Ziegenhofes bei Dießen ist jetzt zugelassen worden. Der Prozess wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz findet am 25. November dieses Jahres statt, wie am Freitag eine Sprecherin des Amtsgerichts Landsberg mitteilte. Die Angeklagten sollen von Sommer 2023 bis zum Frühjahr 2025 mindestens 92 ihrer Ziegen „länger anhaltende und sich wiederholende erheblichste Schmerzen und Leiden zugefügt haben“. Sie haben es laut Anklage unterlassen, die Tiere ausreichend mit Futter und Wasser zu versorgen und erkrankten Ziegen die zwingend erforderliche tierärztliche Behandlung vorenthalten, sodass die Tiere verendet seien.

Am 6. Mai vergangenen Jahres waren durch einen Hinweis 80 tote Milchziegen auf dem Hof entdeckt worden, der bis dahin als Vorzeigebetrieb in der Region am Ammersee galt. Weitere 41 der Nutztiere, die bereits sehr geschwächt waren, konnte das zuständige Veterinäramt retten. Pathologische Untersuchungen hatten ergeben, dass die toten Ziegen verhungert, verdurstet und mangelhaft gepflegt waren. Gegen das Landwirt-Ehepaar verhängte das Landratsamt Landsberg ein Nutztierhalteverbot und erstattete Strafanzeige.

Bislang haben die Beschuldigten sich trotz mehrfacher Nachfragen der SZ nicht zu den Vorwürfen geäußert. Dem Vernehmen nach könnten Überforderung und private Probleme zu dem Desaster geführt haben. Geworben hatte der bäuerliche Familienbetrieb unter dem Motto: „Nur das Beste für und von unseren Ziegen.“ Deren Milch wurde zu Käse verarbeitet und in Direktvermarktung auch auf Wochenmärkten verkauft.

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