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Protest:Eltern fordern Sanierung des Gymnasiums

´Zeigen Sie, dass Sie wirklich hinter unserem Gymnasium stehen`: Der Elternbeirat der Schule wehrt sich im Stadtrat gegen Überlegungen, die Arbeiten aufzuschieben.

Fassade, Heizung, Toiletten: Im Gymnasium steht noch viel Arbeit an, die Stadt rechnet mit Sanierungskosten von 1,9 Millionen Euro. Doch Stadträte spielen angesichts knapper Kassen mit dem Gedanken, die Arbeiten um ein Jahr aufzuschieben. Dagegen protestieren die Eltern einmal mehr: In der Sitzung des Stadtrats vom Donnerstagabend ist fast der komplette Elternbeirat mit zehn der zwölf gewählten Vertreter erschienen. "Zeigen Sie, dass Sie wirklich hinter unserem Gymnasium stehen", appellierte Walter Nirschl, gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins "Freunde des Gymnasiums", unter dem Applaus der anderen Mütter und Väter an die Stadträte.

Starnberg, Gymnasium

Wenn doch nur alle Klassenzimmer so aussehen würden: Die Sanierung des Starnberger Gymnasiums läuft schon seit Jahren, könnte aber aufgrund knapper Kassen 2019 ausgesetzt werden.

(Foto: Georgine Treybal)

Die Politik solle sich darum kümmern, dass die Kinder eine "vernünftige Bildung und Bildungsstätte" bekommen, forderte Nirschl. Die Sanierung sei "dringend notwendig", die Stadt habe selbst festgestellt, dass diese "schnellstens" fortgesetzt werden müsse. Die Debatte, das Gymnasium aus Kostengründen in die Obhut des Landkreises zu geben, wie es Tutzing und Gauting erwägen, müsse ein Ende haben. Nirschl knöpfte sich einzelne Stadträte vor und forderte Rückgrat.

Der Elternbeirat des Starnberger Gymnasiums protestiert fast vollzählig im Stadtrat. Walter Nirschl (3.v.r.) fordert Rückgrat von den Politikern.

(Foto: David Costanzo)

Denn das Hin und Her hatte die Stadt erst im Frühjahr durchgepaukt: Auch da gab es Überlegungen, einzelne Maßnahmen zurückzustellen. Auch da protestierten die Eltern. Schließlich lenkten Bürgermeisterin Eva John (BMS) und die Stadträte nach einer Begehung des Gymnasiums ein und sicherten eine nahezu vollständige Sanierung zu. Nun wird die Materie unter anderen Vorzeichen wiederholt: Anfang des Jahres hatte es geheißen, das Bauamt der Stadt könne aufgrund unbesetzter Stellen und Überlastung die Arbeiten nicht steuern. Jetzt geht es um den Haushalt für 2019, in dem selbst nach der dritten Beratung noch ein Loch von acht Millionen Euro klafft. Darum hatte der Bauausschuss vergangene Woche zwar über eine Verschiebung der Sanierung und eine Abgabe an den Landkreis beraten, einen Beschluss aber auf die Ausschusssitzung am 6. Dezember und den Stadtrat vom 13. Dezember vertagt. Da hatten Stadträte bereits befürchtet, dass die Eltern bald auf der Matte stehen.

Bürgermeisterin John nahm die Stadträte des Bauausschusses in Schutz, die keine leichtfertige Entscheidung treffen wollten. Sie hoffe, dass alle "nach ein paar Nächten drüber schlafen" davon überzeugt seien, dass Tutzing und Gauting für Starnberg keine Vorbilder sein müssten - und man gemeinsam zu einem "positiven Ergebnis" komme.