Possenhofen Ermittlungen gehen weiter

Baum auf Gleis: Polizei möchte Gutachter einschalten

Noch rätselt die Bundespolizei, warum am vergangenen Freitag eine 18 Meter lange Buche bei Forstarbeiten in Possenhofen auf die Gleise gefallen ist. Mit 120 Stundenkilometern war ein Regionalzug beim Bahnübergang Niederpöckinger Weg mit dem Hindernis kollidiert. 250 Fahrgäste waren von dem Unfall betroffen, bei dem niemand verletzt wurde. Die Aussagen der beiden 21 und 36 Jahre alten Forstarbeiter seien bisher "glaubwürdig" und stimmten mit der "Spurenlage überein", sagte am Montag ein Sprecher der Bundespolizei in München. Der Baum sei an einem Greifarm ("Harvester") gesichert gewesen, wobei die etwa 70 Jahre alte Buche zirka 1,30 Meter über der Fällkerbe gesplittert und auf die Gleise gestürzt sei. Bislang haben die Ermittler dafür noch keine Erklärung. Den Auftrag für die Fällungen hatte ein privater Waldbesitzer einer Fachfirma aus Bichl erteilt, die häufig Forstarbeiten ausführt. Die Bundespolizei ermittelt nun, ob ein "gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr" oder fahrlässiges Handeln vorliegt. Um die Verantwortung genau klären zu können, wird möglicherweise auch ein Baumgutachter hinzugezogen. Unklar ist außerdem noch die Schadenshöhe nach der Kollision, bei der das Triebfahrzeug, ein Stromabnehmer und die Oberleitung beschädigt wurden. Laut Bundespolizei könnten gegen beide Forstarbeiter später womöglich "zivilrechtliche Ansprüche" der Bahn AG erhoben werden.

Eine Bahnsprecherin wollte sich dazu am Montag noch nicht äußern. Sie sagte auf Anfrage der SZ lediglich, dass die weiteren Ermittlungen der Bundespolizei zu diesem Fall noch abgewartet werden müssten.