Pöcking:Widerstand wächst

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Gewerbegebiet Schmalzhof: Pöcking prüft Einwendungen

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Pöcking

Der Widerstand gegen das geplante Gewerbegebiet am Schmalzhof in Pöcking wächst. Im Zuge der Bauleitplanung gab es so viele Einwände, dass die Abwägung der Anregungen in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag kurzfristig von der Tagesordnung genommen wurde. "Wir wissen, dass es Widerstände gibt und eine Normenkontrollklage droht", begründete Bürgermeister Rainer Schnitzler die Verschiebung für die Aufstellung eines Bebauungsplanes bis Mai. Auf Anraten des Fachanwalts müssten einige Einwendungen geprüft und die Stellungnahmen der Gemeinde exakt formuliert werden, damit sie gerichtsfest seien.

Der Druck auf die Gemeinde ist groß. Zum einen suchen die einheimischen Handwerksbetriebe seit Jahren händeringend nach Gewerbegrund und wollen sich nicht mehr länger vertrösten lassen. Zum anderen erhebt die Stadt Starnberg Einwände gegen das Gewerbegebiet an ihrer Flurgrenze und droht mit einer Normenkontrollklage. Die Kreisstadt befürchtet, dass das Gewerbegebiet mit ihren Planungen kollidiert, auf Starnberger Seite Wohnhäuser zu errichten. Zudem hat sich massiver Widerstand von Seiten der Anwohner auf Starnberger Seite gebildet, die zwischen Oberer Seeweg und Waldspielplatz wohnen. Sie haben den Verein "Rettet den Schmalzhof" gegründet und im Internet Fotomontagen veröffentlicht, wie das Gewerbegebiet einmal aussehen soll.

Vor diesem Hintergrund kritisierte Gewerbereferent Wolfram Staufenberg (CSU) das Vorgehen des Vereins. Seiner Meinung nach werden von den Initiatoren Menschen unter Vortäuschung falscher Tatsachen für den Verein gewonnen. "Hier wird etwas vorgegaukelt, was nicht stimmt", betonte er. Bürgermeister Schnitzler wies einmal mehr darauf hin, dass lediglich ein Handwerkerhof für einheimisches Gewerbe geplant, Discounter indes nicht zugelassen seien. Nach seinen Angaben werden auf den Fotomontagen des Vereins die Gebäude viergeschossig dargestellt. Geplant seien aber maximal zweigeschossige Gebäude, stellte der Rathauschef klar. "Das ist Schüren von Ängsten", urteilte er.

Mit Blick darauf, dass der Kreistag noch über die Herausnahme des Areals aus dem Landschaftsschutzgebiet entscheiden muss, schlug PWG-Gemeinderat Ludwig Gansneder vor, die Gemeinderatssitzung im Mai vorzuziehen, um weitere Verzögerungen zu vermeiden. Gansneder ist für seinen Zimmererbetrieb seit Jahren auf der Suche nach einem neuen Standort. Doch damit hätte die Gemeinde nichts gewonnen, denn zunächst muss der Kreis-Umweltausschuss über die Herausnahme entscheiden. Und die Sitzung findet bereits in der kommenden Woche statt.

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