Pöcking Schwere Geburt

Pöckings Rathauschef Rainer Schnitzler lädt Handwerker, Planer und Behördenvertreter zum Richtfest für das Haus der Bürger und Vereine.

(Foto: Nila Thiel)

Gemeinde feiert Richtfest des Bürgerhauses

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Pöcking

Nach jahrelangem, zähem Ringen nimmt das Haus der Bürger und Vereine in Pöcking jetzt Gestalt an. Am Donnerstag wurde im Beisein von Architekten, Planern und Handwerksbetrieben, der zuständigen Rathausmitarbeiter sowie Kommunalpolitikern, darunter Landrat Karl Roth, Richtfest gefeiert.

"Wir haben seit langem auf diesen Tag gewartet", sagte Bürgermeister Rainer Schnitzler vor dem Hintergrund, dass das Projekt bereits in den Achtzigerjahren Thema war. Obwohl der anvisierte Fertigstellungstermin nicht eingehalten werden kann, zeigte sich der Rathauschef rundum zufrieden. "Es ist das nachhaltigste Gebäude, das wir haben", freute er sich. Er hoffe, dass dieses Gebäude über den Landkreis hinausstrahle.

Vor knapp 40 Jahren war der Saal im Gasthof zur Post geschlossen worden, und die Pöckinger hatten keinen Platz mehr zum Feiern. Schon damals wünschten sie sich einen Bürgersaal. Im Jahr 2002 unternahm der damalige Bürgermeister Konrad Krabler einen ersten Anlauf zur Umsetzung des Projekts. Doch der Entwurf war wegen der hohen Folgekosten abgelehnt worden. 2009 wurde ein neuer Architektenwettbewerb gestartet, den das Münchener Architekturbüro Frank und Probst gewonnen hatte. Zunächst war ein Betonbau mit Flachdach geplant. Doch die Kosten stiegen und stiegen, was die CSU und die Grünen auf den Plan rief. Eine Arbeitsgruppe wurde gegründet, die den Rotstift ansetzte und die Kosten auf acht Millionen deckelte.

Doch auch mit dem geänderten Entwurf konnte die festgesetzte Summe nicht eingehalten werden, zumal sich nach dem Spatenstich im vergangenen Jahr herausstellte, dass das Bodengutachten falsch war und erneut teure Umplanungen notwendig waren. Am Donnerstag gab sich der Rathauschef überzeugt, dass wenigstens die damals nach oben korrigierten Kosten von 10,5 Millionen Euro eingehalten werden können.

Im Bürgerhaus sollen ein großer Saal und die Gastronomie-Räume untergebracht werden, im Haus der Vereine werden die Schützen und die Blaskapelle eine neue Heimat finden. Darüber hinaus sind dort zwei große Wohnungen geplant. Wie Vize-Bürgermeister Albert Luppart am Rande der Veranstaltung verriet, gibt es dafür bereits erste Anfragen. Gerade in der Gastronomie seien bezahlbare Betriebswohnungen eine wichtige Voraussetzung, um Mitarbeiter gewinnen zu können, sagte er.

Schnitzler ist sich sicher, dass das Projekt durch die geänderte Planung gewonnen hat. Denn die zwei Gebäude mit Satteldach in Holzbauweise, die mit einem nachhaltigen Energiekonzept ausgestattet sind, würden sich wesentlich besser in das Dorf einfügen. Durch die jüngsten Umplanungen verzögert sich allerdings die Fertigstellung bis Herbst.

Zumindest die Eröffnungswoche im November ist nach Angaben des verantwortlichen Kulturreferenten Luppart nicht gefährdet. Ursprünglich sollte das Haus der Bürger und Vereine bereits im Juli fertig sein, wenn die Schützen Jubiläum feiern. Auch wenn das Gebäude bis dahin nicht fertig sei, könnten die Feierlichkeiten in geänderter Form stattfinden, versicherte der Vorsitzende der Schützen, Alexander Wehnelt.

Die Zimmerermeister Thomas und Diemo Scheibe machten in ihrem Richtspruch die zahlreichen Widrigkeiten zum Thema, mit denen sich die Verantwortlichen bislang herumschlagen mussten. Bürgermeister Schnitzler und seinem Gemeinderat seien Überraschungen nicht erspart geblieben, sagten sie. Nun solle das Gebäude vor Krieg, Not, Wasser, Feuer und vor zu hohen Steuern bewahrt bleiben, wünschten die Handwerker.