bedeckt München
vgwortpixel

Pöcking:Krönung mit Alarm

Die Feuerwehr muss beim Ball des Pöckinger Faschingsclubs im Beccult anrücken. In der Küche ist ein Rauchmelder ausgelöst worden. Die 250 Gäste nehmen die Unterbrechung gelassen und feiern gut gelaunt weiter den glanzvollen Faschingsauftakt zum 40. Vereinsjubiläum

Mit viel Glanz, Glimmer und mitreißenden Auftritten der Showtanzgruppen hat der Pöckinger Faschingsclub (PFC) auf dem Krönungsball am Samstag bewiesen, wie aus einer Faschingsveranstaltung ein glanzvoller Abend wird. Zum 40-jährigen Bestehen des Vereins präsentierte das Präsidium mit Stephanie Lörke und Franziska Curth an der Spitze ein besonderes Jubiläumsprogramm. Fast hätte ihnen allerdings ein Feueralarm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Faschingsaktiven und die 250 Gäste im ausverkauften Beccult nahmen die Unterbrechung jedoch gelassen. Für sie war der Fehlalarm nur ein weiterer Höhepunkt des Abends - wenngleich ein ungeplanter.

Die Jugendgarde Mini Manias begeisterte die Faschingsgäste mit einer rasanten Show.

(Foto: Arlet Ulfers)

Gegen 21.35 Uhr ging plötzlich der kreischende Alarm eines Rauchmelders los. Doch von Schrecken oder gar Panik keine Spur. Die Gäste blieben ruhig an den Tischen sitzen und sahen sich lediglich um, wo dieses nervige Geräusch herkommen könnte. Auch die Band "Basement" ließ sich nicht aus dem Takt bringen. Die Musiker spielten lediglich lauter, um den Lärm zu übertönen. "Es ist wie auf der Titanic. Wenn wir verbrennen, dann wenigstens mit Musik", witzelte später PFC-Ehrenpräsident Albert Luppart. Die Fehlerquelle des Alarms war schnell gefunden: Der Koch hatte das Essen wohl zu stark angebraten und den Rauchmelder im Bereich der Küche ausgelöst. Weil es sich um eine professionelle Brandmeldeanlage handelt, musste die Feuerwehr kommen. Luppart, der als Kulturreferent für das Beccult zuständig ist, hatte sie jedoch früh genug informiert, so dass lediglich mit vier Mann anrückten, um die Lage zu prüfen und den Alarm abzuschalten. Nach etwa zehn Minuten konnte Entwarnung gegeben werden und die Show ging weiter.

Die Kindergarde mit dem Kinderprinzenpaar Maximo Flath und Emilia Beck stand den Jugendlichen dabei in nichts nach.

(Foto: Arlet Ulfers)

Zuvor hatte Bürgermeister Rainer Schnitzler den Rathausschlüssel an die frisch gekrönten Jubiläumsprinzenpaare übergeben. In der fünften Jahreszeit werden nun das Kinderprinzenpaar mit Maximo, "der freche Latino" (Maximo Flath) und Emilia, "die Prinzessin mit Feuerblut" (Emilia Beck) über Kindergarten und Schule regieren. Charmant und ohne Scheu zeigten sie unter Anleitung der Trainerinnen Sabine Türkmen und Franziska Schwarz ihr Können. Auch der Auftritt zusammen mit der Kindergarde unter dem Motto "Holiday in Brasil" sowie der Jugendgarde Mini Manias begeisterte das Publikum.

Bei der Inthronisation des Pöckinger Faschingsclubs werden die beiden Kinder gemeinsam mit Markus II. (Markus Repert) und Julia I. (Julia Zachmann) feierlich gekrönt.

(Foto: Arlet Ulfers)

Das Erwachsenenprinzenpaar Markus II. "der die Puppen tanzen lässt" (Markus Repert) und Julia I. "die bezaubernde Traumprinzessin" (Julia Zachmann) haben nun die Verantwortung über die millionenschweren Finanzen der Gemeinde. Die Tollitäten boten zusammen mit dem PFC Aushängeschild "The dancing mania" eine spritzige Show mit raffinierter Choreografie der bewährten Trainerinnen Franziska Curth und Sabine Türkmen. Markus II. hatte sich zunächst lange bitten lassen, bis er den Job als Prinz übernahm. Für das lange Zittern und Bangen hat er am Samstag seine Prinzessin entschädigt. Er ließ Sekt auf die Bühne kommen, um auf seine Julia anzustoßen und versprühte so viel Charme, dass es wie eine Liebeserklärung wirkte. Altpräsident Horst Curth sieht dies als Zeichen für ein Happy End. "Früher musste man die Prinzessin heiraten", erklärte er. Denn Curth war in den 1980-er Jahren Faschingsprinz und heiratete anschließend seine Prinzessin. Auch die Eltern des Prinzen waren ein PFC-Prinzenpaar und haben anschließend geheiratet. Beide Paare sind bis heute glücklich verheiratet und ihre Kinder sind im Verein aktiv.

Bürgermeister Rainer Schnitzler würdigte das 40-jährige Engagement des Vereins, der Pöcking zu einer Faschingshochburg entwickelt habe. Wie er betonte, habe der PFC wesentlich dazu beigetragen, dass es heute das Beccult gibt. Der Verein habe immer wieder "Druck" gemacht" und einen Veranstaltungssaal gefordert, sagte er. Bislang mussten die Faschingsaktiven mit Provisorien wie der Bundeswehrkantine und zuletzt der Turnhalle vorliebnehmen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins war nun keine aufwendige Dekoration nötig. Das warme Licht im holzverkleideten Saal wirkte für sich. Ein Wermutstropfen ist jedoch, dass das Beccult fast ein wenig zu klein ist für den großen Andrang. Der Gala-Ball am Samstag, 18. Januar, um 20 Uhr, ist jedenfalls ausverkauft. Es gibt nur noch Barkarten ohne festen Sitzplatz.