Immer wieder tauchen Gerüchte auf, dass die Pöckinger Kirche Sankt Ulrich verkauft werden soll. Die SZ sprach mit Pfarrer Leander Mikschl über Geldsorgen in den Pfarrgemeinden und die Zukunft des bei den Pöckingern sehr beliebten, ortsprägenden Kirchleins Sankt Ulrich in der Hauptstraße.

SZ: Herr Pfarrer, gibt es Gründe, warum die Pöckinger einen Verkauf der Sankt Ulrichskirche befürchten?
Leander Mikschl: Die Kirche steht nicht zum Verkauf. An einen Verkauf ist von unserer Seite Null-Komma-Null gedacht. Allerdings wird die Kirche nach den vielen Kirchenaustritten bald kein Geld mehr haben. Daher habe ich einmal die Frage gestellt, ob wir uns den Unterhalt von unseren Kirchen noch leisten können. Konkrete Überlegungen dazu gibt es aber bislang noch nicht. Mir geht es um den Bestand für die nächsten Jahrzehnte. Immerhin haben wir in der Pfarreiengemeinschaft Pöcking zehn Kirchen, davon vier in der Gemeinde Pöcking.
Gibt es Pläne, wie der Unterhalt der Kirchen in Zukunft gesichert werden könnte?
In der Sankt Ulrichs-Kirche gibt es ein Holzwurm-Problem. Ansonsten fehlt ihr nichts. Zur Unterstützung der laufenden Kosten könnte ich mir die Gründung eines Freundeskreises oder eines Vereins vorstellen nach dem Vorbild der Fischerkapelle in Possenhofen. Die Ulrichskirche wird etwa zehnmal im Jahr genutzt für Taufen oder Hochzeiten, zuletzt für eine Adventsmeditation vom Trachtenverein. Ein Freundeskreis könnte Gebühren für die Nutzung verlangen; die Pfarrgemeinde darf das nicht.
