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Pöcking:Kaiserliches Entree

Kaiserin Sisi empfängt den Besucher am Bahnhof auf Rosenornamenten.

Possenhofen Sisi Skulptur

Possenhofen Sisi Skulptur Possenhofen Bahnhof, Enthüllung der Sisi Skulptur vor dem Museum am Bahnhof. Dabei Bildhauer Jozek Nowak, Museumsleiterin Rosemarie Mann-Stein, BGM Rainer Schnitzler. Foto: Georgine Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

Die Chefin des Kaiserin Elisabeth Museums Rosemarie Mann-Stein hatte einen Traum: Zum 175. Geburtstag der österreichischen Kaiserin soll eine Sisi-Statue vor dem Museum auf dem Possenhofener Bahnhofsvorplatz aufgestellt werden. Dieser Wunsch hat sich nun erfüllt, wenngleich ein Jahr später als erhofft. Blickfang des neu gestalteten Platzes ist nun die von dem Pöckinger Bildhauer Jozek Nowak geschaffene Bronzestatue der Kaiserin, die am Sonntag bei der Einweihung feierlich enthüllt wurde.

Possenhofen Sisi Skulptur

Possenhofen Sisi Skulptur Possenhofen Bahnhof, Enthüllung der Sisi Skulptur vor dem Museum am Bahnhof. Dabei Bildhauer Jozek Nowak, Museumsleiterin Rosemarie Mann-Stein, BGM Rainer Schnitzler. Foto: Georgine Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

Die Pöckinger Blaskapelle spielte den Bayerischen Defiliermarsch und Bürgermeister Rainer Schnitzler zog zusammen mit Mann-Stein und Nowak das türkisfarbene Tuch langsam von der Statue. Die mehr als 200 Zuschauer, darunter zahlreiche Ehrengäste aus Adel und Politik, applaudierten begeistert, als sie die sehr realistisch gestaltete, überlebensgroße Statue erblickten. Bis ins Detail ist der Faltenwurf des Kleides ausgearbeitet. Sisi hat einen Blumenstrauß in der Hand und schreitet in Richtung Schloss Possenhofen. Erst durch Kaiserin Elisabeth sei der Bahnhof Possenhofen berühmt geworden, erinnerte Schnitzler. Er würdigte Sisi aber auch als Vorkämpferin für die Frauenrechte. "Durch ihren tragischen Tod in Genf ist sie zum Mythos geworden", sagte der Bürgermeister. Mit der Statue werde das Museum nun enorm aufgewertet.

Doch der Weg bis zur Einweihung war hart und steinig. Die jahrelangen Bauarbeiten mit Staub und Lärm seien eine enorme Herausforderung für die Museumsmitarbeiter gewesen, sagte Mann-Stein. Auch die Besucheranzahl ging zurück, weil das Museum hinter dem Bauzaun für Ortsfremde nicht mehr zu sehen war. Doch jetzt habe man mit der einzigen Vollstatue der Kaiserin in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal, freute sich die Leiterin des Museums.

Die Umbauarbeiten konnten zunächst nicht fristgerecht beginnen, weil sich der barrierefreie Ausbau der Gleisanlagen verzögert hatte. Anstatt sechs Monate, wie zunächst angekündigt, brauchte die Bahn dafür zweieinhalb Jahre. Die Gemeinde konnte daher erst im Frühjahr dieses Jahres mit der Sanierung des Vorplatzes beginnen.

Über das Wie der Neugestaltung war man sich auch nicht gleich einig: Im Gemeinderat wurde lange diskutiert, denn der Platz muss nicht nur den Verkehr der S-Bahn-Pendler und den Besucheransturm auf das Museum verkraften, er sollte vor allem auch ein schönes Entree für Pöcking werden. Der Bayernkönig Ludwig II. hatte den Bahnhof 1865 für seine Possenhofener Verwandten sehr luxuriös ausstatten lassen. Und die Platzgestaltung sollte zu dem historischen Gebäude passen. Daher entschloss man sich für einen Kompromiss: Nur der Eingangsbereich am Bahnhofsgebäude sowie das Rondell mit der Statue in der Platzmitte wurden neu gestaltet. Das Denkmal steht nun auf einem Podest, das mit stilisierten Rosenornamenten bepflastert ist. Die Rosensymbole wiederholen sich auch am Museumseingang.

Die Parkplätze blieben, sie wurden lediglich neu geordnet. Und die Flächen, die von Autos und Bussen befahren werden, blieben geteert.

Auch wenn die geteerten Flächen noch heute bei manchen Pöckingern in der Kritik stehen - sie hätten sich einen einheitlich gepflasterten Platz gewünscht - bekam das Gestaltungskonzept auf der Einweihungsfeier viel Lob.

Insbesondere die Ruhezone am Rondell wird gut angenommen. Rund 360 000 Euro hat die Gemeinde für die Platzgestaltung investiert. Hinzu kommen die Kosten für die Statue in Höhe von 40 000 Euro. Davon übernimmt die Kommune 50 Prozent, den Rest finanzieren privaten Sponsoren.