Starnberger See:"Ich rechne damit, dass das Gasthaus überregional bekannt werden wird"

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Possenhofen,  Gasthof Zum Fischmeister' Karl Schauer

Die neuen Wirte des Gasthofs Schauer: Christoph Ziesel (mit Jonas Eberwein in der Küche, wo ohne Mundschutz gearbeitet werden darf).

(Foto: Georgine Treybal)

Der Vize-Bürgermeister ist voll des Lobes für die neuen Wirte des Gasthofs Schauer in Possenhofen, der einst zu einer der feinsten Adressen am Starnberger See zählte.

Von Sylvia Böhm-Haimerl

Drei Monate lang haben sich Verena und Christoph Ziesel auf die Eröffnung des Gasthofs "Zum Fischmeister Karl Schauer" in Possenhofen vorbereitet. Sie kündigten ihre Jobs und zogen mit ihren beiden Kindern in die Dienstwohnung über dem Gasthaus ein, gründeten die "Ziesel Kulinarik und kreativ GmbH" und stellten 14 Mitarbeiter ein. Kurz: Die Wirtsleute standen in den Startlöchern, die Eröffnung war für das Wochenende geplant. Doch dann kam der Teil-Lockdown - und alles war auf einmal anders.

"Wir standen vor der Entscheidung, ob wir überhaupt öffnen sollen", sagt Christoph Ziesel. Weil Spaziergänger durch die Fenster schauten und immer wieder nachfragten, wann der Gasthof denn nun seine Türen aufmacht, haben sich die Wirtsleute dazu entschlossen, den widrigen Zeiten zu trotzen und wenigstens Essen "To go" sowie "Take away", also zum Mitnehmen, anzubieten.

Possenhofen,  Gasthof Zum Fischmeister' Karl Schauer

Christoph Ziesels Frau Verena (mit Jana Nienaber).

(Foto: Georgine Treybal)

Die denkmalgeschützten Gasträume warten auf die ersten Gäste. Die modernen Eichentische sind eingedeckt mit weißem Geschirr, funkelnden Weingläsern und Wasserkaraffen. Ursprünglich sollten die denkmalgeschützten Wandverkleidungen restauriert werden. Doch die waren nach Angaben des Zweiten Bürgermeisters und Kulturreferenten Albert Luppart mit bleihaltiger Farbe gestrichen, sodass sie nicht mehr verwendet werden konnten. Sie wurden stattdessen originalgetreu nachgebaut. Auch der Dachstuhl sei verseucht gewesen und habe ausgewechselt werden müssen, so Luppart. Nur die Dielenbretter durften wiederverwendet werden. Das sei eine große Herausforderung für die Investoren Manuel Kindervater und Florian Huber gewesen.

Christoph Ziesel war Küchenchef bei einem Catering-Unternehmen, bevor er sich selbständig machte. Jetzt steht er in der supermodernen Profiküche und bereitet die Füllung für die Saibling-Maultaschen vor, die auf der Speisekarte stehen. Eine Steige mit wunderbar duftenden Quitten muss noch zu Chutney verarbeitet werden, das Ziesel zum Käse reichen will.

Die ganze Woche über - es gibt keinen Ruhetag - werden künftig die Standardgerichte, die auf der Speisekarte stehen, gekocht und können auf Vorbestellung an einem Fenster auf der Südseite, an dem bereits früher die Essensausgabe war, abgeholt werden.

Von Samstag an sollen jedes Wochenende im Wirtsgarten zwei Christkindlmarktbuden aufgestellt und je nach Wetterlage von 11.30 bis 21 Uhr Aperol Spritz oder Glühwein angeboten werden. Auch Semmeln mit edlem Lachs oder Schweinsbraten zum aus der Hand Essen wird es geben. "Wir wollen uns nicht verstecken", sagt Ziesel. Er wolle mit seinem Angebot auch die Besucher aus München ansprechen.

Luppart findet die Entscheidung, das Lokal zu öffnen, richtig. "Ich persönlich rechne damit, dass das Gasthaus Schauer überregional bekannt werden wird." Auch Klaus Götzl von der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung (GWT) begrüßt es, dass mit dem Gasthof Fischmeister eine Traditionsgaststätte wiedereröffnet, die vor mehr als 100 Jahren zu einer der feinsten Adressen am Starnberger See zählte und in den vergangenen 40 Jahren im Dornröschenschlaf lag. Trotz des Lockdowns sei es wichtig, dass man mit Gastlichkeit und guter Dienstleistung Flagge zeige, findet er.

Possenhofen,  Gasthof Zum Fischmeister' Karl Schauer

Die Neueröffnung des Gasthauses Schauer war eigentlich für das Wochenende geplant.

(Foto: Georgine Treybal)

Der Teil-Lockdown geht seiner Meinung nach an die Substanz der Wirte, insbesondere der Ziesels, die keine staatliche Unterstützung bekommen, weil sie keine Umsatzzahlen vom vergangenen Jahr vorlegen können. Götzl ist sich jedoch sicher, dass sie Erfolg haben werden, sobald der Lockdown überstanden ist. Das Gasthaus in unmittelbarer Nähe zum Schloss Possenhofen passt seiner Meinung nach sehr gut zum Thema Sisi und Ludwig, auf das sich die GWT im kommenden Jahr konzentrieren will. Und der Trend zum Deutschlandurlaub werde zunehmen. Laut Götzl ist die Aufenthaltsdauer bereits nach dem Lockdown im Frühjahr von 2,5 auf 3,1 Tage angestiegen.

Der Gasthof Fischmeister in der Karl-Theodor-Straße 6 in Possenhofen nimmt täglich in der Zeit von 17 bis 21 Uhr Bestellungen unter der Telefonnummer 08157/591322 entgegen. Die Gerichte stehen auf der Homepage unter www.gasthaus-schauer.com.

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