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Pöcking:Schwelbrand im Schreddermobil

Brennender Lkw verursacht Großeinsatz der Feuerwehren; Großalarm bei Pöcking

Mit Hupe und Lichtzeichen ist der Fahrer eines Schreddermobils auf den Qualm auf seiner Ladefläche aufmerksam gemacht geworden.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Autofahrer machen den Fahrer des Lastwagens per Hupe und Lichtzeichen auf den Qualm aus dem Laderaum aufmerksam. 40 Feuerwehrleute rücken an.

Papier ist geduldig, heißt es, doch eine Ladung Altpapier entwickelte sich am Dienstagmittag im wahrsten Sinne zur heißen Fracht: Rund 40 Feuerwehrleute rückten gegen 12 Uhr zum Pöckinger Kreisel aus, um den Brand eines Schreddermobils zu verhindern. Der Fahrer des Lastwagens eines Gräfelfinger Unternehmens, das sich auf Datenentsorgung und -vernichtung spezialisiert hat, war durch einen Autofahrer per Hupe und Lichtzeichen darauf aufmerksam gemacht worden, dass es auf seiner Ladefläche qualmt. Umgehend stoppte der Fahrer den Lkw an einer Baustelle in der Nähe des Kreisverkehrs und griff beherzt zum Feuerlöscher, während sein Beifahrer die Feuerwehr informierte.

"Unsere Fahrer sind sehr gut geschult", sagte Alexander Wittmann, Fuhrpark- und Dispositionsleiter des Unternehmens. Warum es zum Schwelbrand gekommen war, bei dem sich kein offenes Feuer entwickelte, ist bislang unbekannt. Die Havarie könnte mehrere Ursachen haben. Am wahrscheinlichsten ist laut Wittmann, dass einer der geschlossenen Kundenbehälter für Akten und Altpapier falsch beladen war. Insbesondere Akkus oder Batterien können verheerende Wirkung entfalten, wenn sie geschreddert werden. Probleme bereiten auch Glückwunsch- und Geschenkkarten, die beim Aufklappen eine Melodie spielen, wenn sie mit Batterie im Altpapier landen.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürften seine Mitarbeiter die Behälter aber nicht öffnen, sagte Wittmann. Einen Defekt am Schneidwerk hält er für unwahrscheinlich. Das äußerlich unbeschädigte, 240 000 Euro teure Fahrzeug wird nun in einer Werkstatt auf Schäden am Schredder untersucht. Zudem besteht Hoffnung, die Ursache des Schwelbrandes ausfindig machen zu können. Der Nachweis sei jedoch schwierig, hieß es. Gegebenenfalls aber könnte der Verursacher des Brandes zur Kasse gebeten werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Akten-Schredder im Landkreis in Brand gerät: Im Mai 2019 qualmte es in Gauting aus dem Lkw eines anderen Unternehmens. Ursache war vermutlich eine zerstörte Batterie oder ein Akku.

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© SZ vom 24.01.2020
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