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Pöcking/Feldafing:Wasserpreis steigt

Gemeinden setzen bei Versorgung auf neue Struktur

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Gemeinden Feldafing und Pöcking wird umgewandelt in ein gemeinsames Kommunalunternehmen, das die Leitungsnetze übernimmt. Dies haben die beiden Kommunen in einer gemeinsamen Gemeinderatssitzung am Montag beschlossen. Das Kommunalunternehmen soll spätestens im Januar 2021 seinen Betrieb aufnehmen.

Zwar wird dadurch der Organisations- und Verwaltungsaufwand erleichtert. Doch das Wasser wird teurer. Der Pöckinger Bürgermeister Rainer Schnitzler und sein Feldafinger Amtskollege Bernhard Sontheim gaben sich jedoch davon überzeugt, dass die Preiserhöhung auch bei Beibehaltung des Zweckverbands erforderlich gewesen wäre. Denn es sind hohe Investitionen erforderlich, etwa der Bau eines neuen Brunnens.

Der Wasserpreis in Pöcking liegt derzeit bei 1,65 Euro pro Kubikmeter. In Feldafing ist er im Juli von 1,63 auf 1,77 Euro erhöht worden. In beiden Fällen werden die aktuellen Gebühren künftig nicht ausreichen. Wie hoch die Preissteigerung ausfallen wird, ist noch nicht bekannt. Sabine Stolicka (Grüne Pöcking) warnte vor "massiven Erhöhungen", wie dies bei der Umstrukturierung des Abwasserverbandes der Fall gewesen sei. Das Planungsbüro, das die Machbarkeitsstudie zur Umwandlung erstellt hat, wurde mit entsprechenden Berechnungen beauftragt.

Die Übernahme der Leitungsnetze ist schwierig. Zwar ist die Länge in beiden Gemeinden mit 35 Kilometern in Pöcking und 37 Kilometern in Feldafing etwa gleich, aber die Leitungen sind unterschiedlich alt. Pöcking hat regelmäßig in das Leitungsnetz investiert, sodass der Ausgleichsbetrag für die Ablöse mit 2,7 Millionen Euro berechnet wurde. Das Leitungsnetz in der Nachbargemeinde ist durchschnittlich 40 Jahre alt und hat laut Machbarkeitsstudie nur noch einen Restwert von 854 451 Euro. Ob das neue Unternehmen einen Kredit von insgesamt 3,5 Millionen Euro aufnimmt und den Gemeinden die Ablöse ausbezahlt, muss noch entschieden werden. Pöcking könnte auch ein Zwischendarlehen gewähren wie 2005 beim Abwasserverband.

Gegenüber dem Zweckverband hat ein Kommunalunternehmen Vorteile, etwa bei der Auftragsvergabe. Auch müsste Feldafing bei einem Zweckverband die Mitarbeiteranzahl aufstocken. Wie der Pöckinger Amtsleiter Sven Neumann erläuterte, ist die Beitragsberechnung derzeit auf drei Mitarbeiter in verschiedenen Abteilungen aufgeteilt. Eine Geschäftsstelle des Kommunalunternehmens hätte Synergieeffekte, obwohl laut Geschäftsführerin Yvonne Kolbe die Mitarbeiterzahl ebenfalls erhöht werden müsste. Doch im Gegenzug fallen Stellen in den Gemeindeverwaltungen weg. Beim Wechsel würden die Mitarbeiter "keinesfalls schlechter gestellt", so Schnitzler. Auch die Befürchtung von Ameli Erhard (SPD Pöcking), das Unternehmen könnte womöglich privatisiert werden, wurde entkräftet. Das Hindernis sei künftig sogar größer, sagte Sontheim. Denn die Träger, die beiden Gemeinden, müssten mit einem Verkauf einverstanden sein.