Die Pöckinger müssen sich keine Sorgen über einen Blackout machen. "Ich gehe davon aus, dass nichts passiert. Aber es ist gut, wenn man vorbereitet ist", betonte Bürgermeister Rainer Schnitzler auf der Bürgerversammlung am Mittwoch im Beccult, zu der etwa 120 Bürger gekommen waren.
Die Gemeinde hat zusätzliche Notstromaggregate gekauft und die Wasserversorgungstechnik wurde laut Schnitzler vom Internet autark gemacht. Schon seit 1999 gibt es in Pöcking kommunale Förderprogramme, seit Jahren werden Immobilien im Besitz der Gemeinde auf nachhaltige Energie umgestellt. Das Hallenbad beispielsweise verfügt über eine Hackschnitzelheizung, sodass eine Schließung Schnitzler zufolge derzeit kein Thema ist. Stolz ist der Rathauschef auf das nachhaltig gebaute Beccult-Holzgebäude. Er habe das Projekt sogar auf einer Tagung für Gebäudetechnik vorstellen dürfen, erklärte er.
Die Straßenbeleuchtung wird seit Jahren nach und nach auf LED umgerüstet. Im Rathaus wurde die Heiztemperatur gedrosselt, die Hände kann man sich nur noch mit kaltem Wasser waschen. Derzeit gibt es nach Angaben des Rathauschefs Überlegungen, wo eventuell eine Freiflächen-Photovoltaikanlage umgesetzt werden könnte. Zudem wurde ein Energiestammtisch gegründet, zu dem interessierte Bürger eingeladen sind. Die Aufstellung von Windrädern hält Schnitzler allerdings nicht für umsetzbar, solange sich die Ascheringer Bürger gegen einen Standort in ihrer Nähe wehren.
Auf den Haushalt ging Schnitzler nur kurz ein, da die bekannten Probleme wie die drohende Steuerrückzahlung in Millionenhöhe oder die sinkenden Gewerbesteuereinnahmen bereits Themen auf den Bürgerversammlungen der vergangenen Jahre waren. Sorge bereiten dem Rathauschef aber die auf das Vierfache angestiegenen Energiekosten sowie die Erhöhung der Kreisumlage auf knapp 54 Prozent. Für Pöcking bedeutet das laut Schnitzler, dass die Kreisumlage um 250 000 Euro für jeden weiteren Prozentpunkt steigen wird. Doch weiterhin sei die Finanzlage der Gemeinde gut, betonte der Rathauschef.
Zum Greensill-Debakel will sich der Bürgermeister nicht äußern
Weitere Themen waren die geplanten neuen Feuerwehrhäuser in Pöcking und Maising, das Gewerbegebiet am Schmalzhof, der Bebauungsplan zur Wiese zwischen Grundschule und Feldafinger Straße sowie eine von der Rathausverwaltung angestoßene Plakataktion über das richtige Verhalten auf Feld und Flur.
Die Bürger hatten nichts zu bemängeln. Es gab lediglich Nachfragen, etwa zur Sperrung des Schulwegs (die Baustelle soll in wenigen Wochen abgebaut werden), zu den Servicezeiten des Rathauses (nach Terminvereinbarung, aber auch spontan) oder zum Starkregenmanagement (Informationen auf der Gemeinde-Homepage).
Auf die Nachfrage eines Bürgers zum Greensill- Debakel - Pöcking hat bei der inzwischen insolventen Bank fünf Millionen Euro angelegt - antwortete Schnitzler, zu dem laufenden Verfahren könne er sich nicht äußern. Aber die Gemeinde werde sich wehren, sagte er.
Die Weihnachtsbeleuchtung wird es auch dieses Jahr geben, wenngleich sie reduziert wird und die Lichterketten an den Christbäumen nur von 17 bis 22 Uhr eingeschaltet werden. "Wir wollen uns nicht alles nehmen lassen", betonte Schnitzler.
