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Planegg:Sorge um die Würm-Auen

Gefährdetes Idyll: Anwohner befürchten die Zerstörung der Würm-Auen an der Georgenstraße in Planegg.

(Foto: Susanne Hölzel)

Bürger sammeln Unterschriften gegen Flüchtlingsheime

Von Rainer Rutz, Planegg

Gegen die Absicht der Gemeinde Planegg, auf einem Grundstück zwischen Würm und Georgenstraße vier Doppelhäuser für 120 Flüchtlinge zu bauen, regt sich Widerstand. Etwa 80 Anwohner haben Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) eine Liste mit mehr als 400 Unterschriften gegen das Bauvorhaben übergeben. Die Unterschriften hatten sie binnen drei Tagen gesammelt. Ihr Ziel: Das Thema soll wieder auf die Tagesordnung des Gemeinderates.

Aus mehr als 30 Vorschlägen hatte der Gemeinderat zwei Grundstücke in Planegg herausgepickt, auf denen noch in diesem Jahr rund 200 weitere Asylbewerber untergebracht werden sollen: direkt an der Bahn bei der Germeringer Straße und an der Georgenstraße. Dieses Grundstück an der Würm ist zum Teil im Besitz der Gemeinde, der größere Teil gehört Hubert Freiherr von Hirsch. Durch die Bebauung mit Flüchtlingsheimen würde dort möglicherweise auf Dauer reguläres Baurecht entstehen, befürchten Anwohner. "Wir wollen die freien Grünflächen unseres Naherholungsgebiets entlang der Würm schützen und die natürliche, unwiederbringliche Schönheit der Auen erhalten", schrieben sie auf Flugblättern. Ins Rathaus Plakate mitgebracht mit der Aufschrift "Für Asylsuchende - aber rettet das freie Würmufer an der Georgenstraße". Edeltraud Miller und Karlheinz Groebmair betonten für die Bürgerinitiative, es gebe genügend Alternativgrundstücke ohne direkten Erholungscharakter. Sie seien sozial eingestellt und erkennen durchaus an, dass es für die Gemeinde schwierig sei, weitere Asylbewerber unterzubringen, "doch ein Baurecht an dieser Stelle im Schnellverfahren lehnen wir ab." Gefordert wird "mehr Offenheit bei der Planung".

Bürgermeister Hofmann hatte bei der Übergabe im Rathaus oft Schwierigkeiten, mit seinen Argumenten durchzukommen und wurde ständig empört unterbrochen. Er erklärte, bis Ende 2017 gelte es, rund 400 Flüchtlinge im Gemeindegebiet dezentral unterzubringen, alles sei öffentlich beraten worden. Das Landratsamt München als Genehmigungsbehörde habe schon zuvor einer ausnahmsweisen Bebauung des Grundstückes mit Flüchtlingsheimen trotz des Schutzcharakters und der Nähe zur Würm zugestimmt. Hubert Freiherr von Hirsch werde seinen Grund wohl an die Gemeinde verkaufen. In zehn Jahren sollen zwei der Häuser wieder abgerissen werden, die anderen vermietet werden: "Ein dauerhaftes Baurecht entsteht nicht", stellt Hofmann fest. Ähnlich äußerte sich die Dritte Bürgermeisterin Anneliese Bradel (Gruppe 21/Grüne), die besonders scharf angegriffen wurde, weil ihre Fraktion "der Zerstörung der Würm-Aue" zugestimmt habe, wie die Beschwerdeführer beklagen.

© SZ vom 02.03.2016
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