Planegger BluttatDie Ehefrau des Angeklagten wird bedroht

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Die mutmaßliche Liebhaberin des Opfers verweigert im Prozess am Münchner Landgericht allerdings eine weitergehende Aussage.

Von Christian Deussing, Planegg

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Im Prozess um einen blutigen Streit zwischen zwei Männern am Pfingstmontag 2021 in einem Planegger Schönheitssalon ist am Mittwoch vor dem Landgericht München I auch die Ehefrau des angeklagten 48-jährigen Kraillingers aufgetreten - allerdings nur für wenige Minuten. Denn die Friseurin machte von ihrem Recht gebrauch, die Aussage zu verweigern. Zudem teilte ihr Anwalt dem Gericht mit, dass sie bedroht werde - jedoch nicht von ihrem inhaftierten Ehemann.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Familienvater Naser K. (alle Namen geändert) vor, aus Eifersucht und Wut einen möglichen Nebenbuhler mit Fäusten und einem unbekannten Gegenstand im Salon niedergeschlagen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Der 44-jährige Kontrahent - Faruk M. aus der Schweiz - konnte nur mit Notoperationen gerettet werden und leidet unter Hirnschäden und weiteren Verletzungen. Der Mann soll mit der Ehefrau des Angeklagten, die im Beautysalon mitgearbeitet hatte, ein Verhältnis gehabt und sich mit ihr am Tattag in dem Geschäft in der Ortsmitte getroffen haben. Dessen Inhaberin berichtete am zweiten Prozesstag von einem lauten Streit der Eheleute vor dem Laden, drei Tage vor der Gewalttat. Der Mann sei wahrscheinlich eifersüchtig gewesen, sagte die Chefin. Sie könne sich zudem daran erinnern, dass die Kraillingerin mit ihrem Mann am Pfingstmontag putzen wollte. Und auch das fiel der Zeugin ein: dass die Kamera im Salon an dem Tag ausgeschaltet war, was unüblich gewesen sei.

Eine Mitarbeiterin sagte aus, die Friseurin gegen 10 Uhr allein vor dem Geschäft gesehen zu haben. Später sei sie ihr aus der Richtung des Geschäfts entgegengekommen. Von einer Beziehung ihrer Kollegin mit einem anderen Mann habe sie aber nichts gewusst und sich auch nichts dabei gedacht, dass die Ehefrau recht häufig vom Telefon des Salons mit einer Person in der Schweiz telefoniert hatte. Das sei doch auffällig gewesen, hielt ihr der Vorsitzende Richter vor. Sie sei "nicht so neugierig", entgegnete die Zeugin.

Als Nebenkläger versucht das infolge der Attacke behinderte Opfer, den Prozess zu verfolgen. Die Ehefrau des Angeklagten ging schnell an Faruk M. vorbei und ignorierte ihn. Ihr Mann saß vorn mit verschränkten Armen auf seinem Stuhl. Der 48-Jährige ist zweimal wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft und wurde auch schon wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Der Prozess wird fortgesetzt.

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