Auch ein römischer Gott kommt nicht gegen die Natur an, zumindest nicht gegen giftige Blaualgen im Pilsensee. Zum 32. Mal hat die Wasserwacht Pilsensee am vergangenen Sonntag die Ankunft des Seeneptuns gefeiert. Jedes Jahr um den Nikolaustag herum verteilt der Gott der Meere und Gewässer Plätzchen, Nüsse und Mandarinen an Mädchen und Buben, die den Weg zum Seeufer auf sich genommen haben. Doch weil derzeit nicht Neptun, sondern Blaualgen den See beherrschen, kam der Seegott heuer nicht aus dem See, sondern über den Landweg.
Mit Krone und Dreizack, gerüstet mit Taucheranzug, Miesmuschelschmuck und Toga, verteilte der Seeneptun dennoch seine Gaben – ganz im Sinne der Wasserwacht. Jedes Jahr würden sich die Mitglieder der Ortsgruppe Pilsensee freuen, „so vielen Kindern eine kleine Freude machen zu können“, sagt Susanne Breuer, Vorsitzende der Wasserwacht Pilsensee. Zur Tradition gehört auch das gemeinsame Singen der „Neptunslieder“ sowie der Ausschank von Punsch und Glühwein. Der Seeneptun kommt seit 1987 an den Pilsensee. Das Event fiel jedoch in der Vergangenheit einige Male aus, unter anderem aufgrund der Corona-Pandemie.

