Pfarrkirche Christkönig in Weßling:Unter Planen

Nach der Sanierung der Turmzwiebel und der Fassade erneuern jetzt Arbeiter die alte Elektrik der Pfarrkirche Christkönig. Für den Innenanstrich des Gotteshauses fehlen allerdings noch 12 000 Euro

Von Patrizia Steipe, Weßling

Seit Ostern ist die Pfarrkirche Christkönig in Weßling für Messen gesperrt. Dieses Mal war nicht Corona der Grund. Nachdem in den Vorjahren die mit Holzschindeln bedeckte Turmzwiebel, der Außenputz und die Fassade der Kirche renoviert worden waren, ging es heuer mit den Innenarbeiten weiter. Im Kirchenraum stehen jetzt Gerüste, und der Altarraum ist mit Planen verhängt. Die Elektrik wird erneuert, Licht und Ton müssen neu verkabelt werden. Manche Leitungen stammen noch aus den 1930er-Jahren.

Pfarrkirche Christkönig in Weßling: Der Altar der Kirche Christkönig ist wegen der Innensanierung durch Plastikplanen geschützt.

Der Altar der Kirche Christkönig ist wegen der Innensanierung durch Plastikplanen geschützt.

(Foto: Arlet Ulfers)

"Bei den Lampen fehlte die Erdung", sagt Kirchenpflegerin Brigitte Reichert bei einer Baustellenführung mit Pfarrer Thomas Ruf und Paul Halbich von der Kirchenverwaltung. Daneben wird eine Lautsprecher- sowie eine Anlage für induktives Hören eingebaut, außen liegende Leitungen in der Sakristei kommen unter Putz.

In der Zwischenzeit hält Pfarrer Ruf die Sonntagsmessen in der Kirche Mariä Himmelfahrt. Damit die Gläubigen wie gewohnt ihre Nachbarn und Freunde um sich haben, bietet er extra zwei Messen an - eine für die Weßlinger und eine für die Oberpfaffenhofener.

Pfarrkirche Christkönig in Weßling: Fleckige Wände: Kirchenpflegerin Brigitte Reichert, Paul Halbich von der Kirchenverwaltung und Pfarrer Thomas Ruf (li.) erkunden die Lage.

Fleckige Wände: Kirchenpflegerin Brigitte Reichert, Paul Halbich von der Kirchenverwaltung und Pfarrer Thomas Ruf (li.) erkunden die Lage.

(Foto: Arlet Ulfers)

Für die komplette Sanierung sind rund 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Rund eine Million Euro Zuschuss kommt von der Bischöflichen Finanzkammer, 56 000 Euro hat die Pfarrei selbst beigesteuert, auch der Bezirk Oberbayern, die Gemeinde und viele Förderer unterstützen die Erneuerung.

Der Innenanstrich der Kirche mit Kosten von etwa 26 000 Euro steht aber noch aus. Nachdem die Kunstwerke wie die Bilder und die spätgotischen Figuren der Heiligen Maria und der Heiligen Anna für die Renovierung abgenommen worden sind, sieht man an der fleckigen Wand deutliche Schatten, wo die Kunstwerke einmal hingen oder standen. Die Pfarreiengemeinschaft muss den Innenanstrich aus eigener Kraft stemmen und hofft auf großzügige Spenden. Mehr als die Hälfte der Summe sind schon eingegangen. "Es fehlen noch rund 12 000 Euro", so Brigitte Reichert.

Pfarrkirche Christkönig in Weßling: Unter anderem müssen die teilweise 50 Jahre alten elektrischen Leitungen des Gotteshauses erneuert werden.

Unter anderem müssen die teilweise 50 Jahre alten elektrischen Leitungen des Gotteshauses erneuert werden.

(Foto: Arlet Ulfers)

Das Weißeln ist so teuer, weil nur ausgebildete Kirchenmaler die Wände des denkmalgeschützten Gebäudes streichen dürfen und die teure Spezialkalkfarbe in mehreren Schichten auftragen müssen. Bis zum Winter hofft Reichert, das Geld zusammen zu haben. Zum Glück ist wenigstens der Innenraum der Kirche trocken, sodass die Kirchenbänke nicht morsch sind, aber der Holzwurm hat sie und die Figuren befallen und muss bekämpft werden. Während die Heiligenfiguren dafür in eine spezielle Gaskammer ausgelagert wurden, müssen die Wurmlöcher in der Kirche lokal behandelt werden.

Pfarrkirche Christkönig in Weßling: Als nächstes muss das Dach von Mariä Himmelfahrt saniert werden.

Als nächstes muss das Dach von Mariä Himmelfahrt saniert werden.

(Foto: Arlet Ulfers)

Eigentlich sollte das fehlende Geld für den Wandanstrich mittels Spenden gesammelt werden, aber die Pandemie hat dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Während 2019 bei Benefizaktionen rund 39 000 Euro zusammen gekommen kamen, brachte ein Jahr später der Verkauf von Kalendern und Apfelsaft aus dem Pfarrgarten nicht einmal mehr 4000 Euro ein.

Parallel zur Kirche wurde das Pfarrhaus an der Schulstraße renoviert. Dabei gab es unerfreuliche Überraschungen. So waren einige Bauteile mit Schadstoffen belastet und das im Keller eingelagerte Archiv war durch die Feuchtigkeit von Schimmel befallen und musste thermisch behandelt werden. Künftig soll es in einem klimatisierten Raum gelagert werden. Brandschutz und Haustechnik der Pfarrerwohnung und der Büroräume mussten auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Nach den Sommerferien kann Pfarrer Ruf endlich sein Interimsquartier in Hochstadt aufgeben und das Pfarrbüro im St. Georgshaus verlassen.

Mit den Renovierungen ist es dann für die Pfarrgemeinde allerdings noch lange nicht vorbei. Auf der To-do-Liste steht als nächstes die Kirche Mariä Himmelfahrt. Hier droht wegen statischer Probleme des Dachs eine Sperrung. Und die Wallfahrtskirche Grünsink ist nur wegen der Notsicherung für den Querbogen stabil.

© SZ vom 04.08.2021
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