Ein privater Dachgarten, eine eigene Tiefgarage, ein separater Gästetrakt und nicht zu vergessen: ein Blick über den Starnberger See bis in die Alpen. All das verspricht ein spektakuläres Penthouse auf etwa 850 Quadratmetern Wohnfläche in Bestlage der Kreisstadt. Bald soll die Luxusimmobilie die obersten zwei bis drei Etagen eines Neubaus in der Wittelsbacherstraße 1 in Starnberg schmücken. Seit April ist das Objekt auf dem Markt. Die Extravaganz hat freilich ihren Preis: 20 bis 24 Millionen Euro soll die Immobilie, insgesamt 1800 Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche, inklusive der Baukosten kosten.
Der Stadtrat hat das Projekt am Kirchplatz schon 2020 abgenickt. Damals war es noch das Zuhause des Schuhhändlers Hans Linse, der Eigentümer des Grundstücks ist. Er möchte sich nicht zu den Bauplänen äußern. Klar ist indes, dass das bestehende Gebäude, in dem unter anderem das „Schlosstheater“ und ein Vodafone-Laden Platz gefunden haben, abgerissen und durch einen siebenstöckigen Neubau ersetzt werden. Im Erdgeschoss ist Gewerbefläche vorgesehen, darüber Praxen und Wohnungen, gekrönt von einem Penthouse der Extraklasse. Das zu überblickende Panorama sei exklusiv, erklärt Makler Oliver Herbst von der Firma „Immovision“: „Es ist beinahe die einzige private Immobilie, von der aus man von Norden nach Süden über den See bis in die Alpenkette schaut. Das sind 60 bis 70 Kilometer unverbaubarer Blick“, so der Spezialist für Luxusimmobilien in der Region.


Diese Rarität habe bereits das Interesse verschiedensten Klientels geweckt, das das nötige Kleingeld parat hat, so Herbst. „Der Klassiker ist ein älteres, vermögendes Klientel, bei dem die Kinder gerade aus dem Haus sind. Die haben oft noch eine Finca auf Mallorca oder eine Immobilie in Kitzbühel und wollen bewusst kein zweites Haus mit Garten. Der Aufwand bei einem Penthouse ist viel geringer, als bei einer Seevilla. Man tauscht gegen einen besseren Blick mit weniger Arbeit“, erklärt Herbst. „Andererseits zieht das Penthouse aber auch junge Menschen an, die in London oder New York gelebt haben und jetzt zurück nach Bayern ziehen wollen.“
An den Ober- und Untergeschossen des Gebäudes zeige etwa ein junger Milliardär Interesse, der den vielen Platz für seine Autosammlung nutzen wolle. In so einem Fall könne das Erdgeschoss separat verkauft werden. In einem anderen Szenario werden alle Räumlichkeiten einzeln von einem Bauträger weiterverkauft. „Die Hauptzielgruppe sind Kunden, die das ganze Haus besitzen wollen. Das Penthouse ist dabei der Teaser“, sagt Herbst. Die Immobilie befinde sich noch in der frühen Phasen der Vermarktung, da sie gerade erst die Presale-Phase hinter sich gelassen habe. Bis zum Herbst plant Immovision, die Immobilie an den Käufer zu bringen.
Eins ist jetzt schon sicher: Die Immobilie wird die prekäre Situation auf dem Markt für bezahlbaren Wohnraum nicht entschärfen. In zweiter Reihe am See dürfte damit aber auch kaum einer gerechnet haben. Stattdessen könnte das Penthouse, wenn es im großen Stil verwirklicht wird, für Staunen sorgen: Über einen privaten Aufzug zu erreichen, bietet es Platz für einen eigenen Wellness- und Sportbereich, ein Heimkino, eine Außenküche und sogar einen Pool. Auch ein Anlegeplatz am See darf natürlich nicht fehlen. Denn wer hier einzieht, wird vermutlich auch den Notgroschen fürs eigene Boot mitbringen.
Es bleibt abzuwarten, wie der Käufer das Gebäude letztendlich gestalten wird, das in Zukunft den Ortskern zwischen Kirchplatz und Promenade zieren wird, und ob das Penthouse dann in seiner vollumfänglichen Extravaganz erscheint.

