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Offizielle Anlaufstelle:Leader-Projekt mit neuer Geschäftsstelle im Denkerhaus

Zur offiziellen Einweihung in Dießen gibt es ein Weißwurstessen und Vorträge. Sieben Projekte aus der Region haben Fördermittel beantragt

Von Peter Bierl, Dießen

Das Leader-Projekt in der Ammerseeregion hat nun auch offiziell eine eigene Anlaufstelle. Bürgermeister und Gemeinderäte sowie der Manager Detlef Däke haben die Geschäftsstelle im "Denkerhaus" in Dießen am Donnerstag offiziell eingeweiht, die aber schon seit 15. September in Betrieb ist. Das neue Büro soll allen Bürgern mit ihren Ideen und Vorschlägen offen stehen. Das Haus ist unter der Woche täglich geöffnet. Wer mit Däke sprechen möchte, sollte allerdings vorab einen Termin vereinbaren.

Im Englischen heißt Leader zwar einfach "Führer", steht aber in diesem Zusammenhang für"Liaisons Entre les Actions de Développement de l'Economie Rurale" (Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) und soll die Entwicklung ländlicher Gebiete durch gezielte Projekte vorantreiben. Das Programm gibt es bereits seit 2000, vor acht Jahren beteiligte sich ein Verbund aus Ammersee-Kommunen erstmals. Im November gab das bayerische Landwirtschaftsministerium dem Verbund den Zuschlag für ein Folgeprogramm. Von 2016 bis 2023 stehen 1,1 Million Euro zur Verfügung.

Die Lokale Aktionsgruppe Ammersee hat bereits sieben Projekte am Start, die insgesamt 800 000 Euro beantragt haben. Als "Leuchtturmprojekt" bezeichnete Däke den Schacky-Park in Dießen, der den Löwenanteil von 100 000 Euro bekommen könnte. Wer Geld beantragt, muss ein Betriebskonzept über eine Laufzeit von zwölf Jahren vorlegen. Der Schacky-Park soll so ausgestaltet werden, dass er zum überregionalen Publikumsmagneten wird, erklärte Däke. Der Leader-Manager räumte ein, dass das mehr Autoverkehr nach Dießen locken könnte. "Es geht um regionale Entwicklung, nicht um Umweltschutz", stellte Däke fest. Weil sich Leader auch eine "klimafreundliche Mobilität" auf die Fahnen geschrieben hat, hofft der Unternehmensberater und ehemalige Landratskandidat der Grünen auf "individuelle Alternativlösungen" wie Elektroautos und Elektrofahrräder, während er sich vom Busverkehr weniger verspricht. Als weiteres Projekt stellte er die Vernetzung von Plätzen für Jugendliche vor, wie die geplante Soccerbox am MTV-Fußballplatz in Dießen.

Dem Manager Däke stehen als Kommunikationsmanager der Initiator des Denkerhauses, Hans-Peter Sander, sowie Peter Nonnenmühlen als Berater und Projektentwickler zur Seite. Eine wichtige Aufgabe des Teams ist, die Strukturen der Bürgerbeteiligung wiederzubeleben, die zwischenzeitlich etwas eingeschlafen sind. Dazu soll eine "Roadshow" durch die 16 beteiligten Gemeinden beitragen. Zum Auftakt gab es einen Workshop in Schondorf, die nächste Station ist in Seefeld geplant.

Zur Einweihung am Donnerstag traf man sich zum "Business-Weißwurstessen" am Mittag im Denkerhaus, anschließend stand Däke für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung. Am Nachmittag referierte Professor Wolfgang Stark zum Thema "Durch Kooperation zu Innovation und Erfolg". Dabei ging es auch um Ideen zur "Belebung einer Gründerszene im ländlichen Raum". Anschließend konnten sich die geladenen Gäste, Bürgermeister, Gemeinderäte, Landräte und Regionalmanager austauschen.

© SZ vom 11.03.2016
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