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Oberpfaffenhofen:Stippvisite in der Ideenschmiede

Bundespräsident Joachim Gauck schaut heute beim Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen vorbei.

Wolfgang Prochaska

Wohlfahrtsmarken-Serie 2013 'Blühende Bäume'

Zu Gast in Oberpfaffenhofen: Bundespräsident Joachim Gauck.  Foto: DPA

(Foto: obs)

Ein roter Teppich wird nicht für Bundespräsident Joachim Gauck ausgerollt. Vor der Staatskanzlei in München schon. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen will den Bundespräsidenten lieber mit "spannenden Forschungsthemen" bei seinem heutigen Kurzbesuch beeindrucken, wie Pressesprecherin Miriam Kamin meint. Das kann die Ideenschmiede. Und so steht auf dem straffen, einstündigen Programm die Besichtigung des Galileo-Kontrollzentrums, von dem aus die Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo überwacht und gesteuert werden sollen - falls das EU-Navi in den kommenden drei Jahren wirklich in Betrieb geht. Weiter geht's danach zum Halo-Hangar.

Die Halo ist wohl weltweit das modernste Höhenforschungsflugzeug und wird zur Atmosphärenforschung eingesetzt. Das zugehörige DLR-Institut in Oberpfaffenhofen gehört zu den führenden und seine Erderkundungsdaten sind begehrte Informationen zu Umwelt- und Wettergeschehen. Man wird also Bundespräsident Gauck, der von Ministerpräsident Horst Seehofer begleitet wird, einiges bieten können. Das Oberpfaffenhofener DLR ist ohnehin seit einigen Jahren eine Dauerbaustelle, bei der jeder Besuch Neuigkeiten hervorbringt. In diesem Jahr werden neue Parkmöglichkeiten geschaffen, um die wachsende Mitarbeiterzahl zu verkraften. Mehr als 1600 Forscher und Wissenschaftler arbeiten inzwischen an diesem Standort am Rande des Sonderflughafens.

Obwohl das DLR Besuche aus der hohen Politik gewohnt ist und nahezu jeder Bundespräsident einmal in Oberpfaffenhofen vorbeigeschaut hat - die Ausnahme ist Christian Wulff, der das Amt wohl zu kurz inne hatte - ist der Ansturm der Medien doch erheblich. Es wird eng werden auf dem weitläufigen Gelände und nicht jeder Medienvertreter wird einen Platz bekommen etwa bei der Besichtigung der Galileo-Kontrollräume. "Die Neugier auf den Bundespräsidenten ist schon groß", stellt man beim DLR fest. Damit ist auch die höchste Sicherheitsstufe verbunden. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat schon in der vergangenen Woche das DLR und die Besuchsroute des Bundespräsidenten auf dem Gelände und die Räume inspiziert. Zudem sind auch die Sicherheitsvorschriften verschärft worden, wie zu hören ist. Nicht jeder, der den Bundespräsidenten sehen will, kommt hinein. Das gilt auch für den Starnberger Landrat und den Bürgermeister der zugehörigen Gemeinde Weßling. Weder Karl Roth noch Gemeindechef Michael Muther haben Einladungen erhalten. "Ich bin darüber nicht böse, ich habe so viel anderes zu tun", betont Muther sehr diplomatisch.

Joachim Gauck wird in dieser Woche nicht der einzige politische Gast sein, der sich das DLR anschaut. Für den Donnerstag hat sich der Premierminister der Tschechischen Republik, Petr Necas, angesagt. Mit dabei ist wieder Ministerpräsident Seehofer. Das Besuchsprogramm ist das gleiche, sodass Seehofer die Führung übernehmen könnte. Einen roten Teppich wird es auch in diesem Fall nicht geben.

© SZ vom 19.02.2013

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