RettungswesenNotruf per Smartphone

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Übung zur Wiederbelebung an einer Puppe: Ersthelfer trainieren den richtigen Umgang mit Defibrillator und künstlicher Beatmung – hier beim Tag der offenen Tür der Puchheimer Feuerwehr.
Übung zur Wiederbelebung an einer Puppe: Ersthelfer trainieren den richtigen Umgang mit Defibrillator und künstlicher Beatmung – hier beim Tag der offenen Tür der Puchheimer Feuerwehr. Stefan Salger
  • Der Landkreis Starnberg schließt sich der Initiative „Region der Lebensretter" an, die per App ausgebildete Ersthelfer bei Herzstillständen alarmiert.
  • Bei Herzstillstand können sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen die Überlebenschancen mehr als verdoppeln, doch neun von zehn Fällen enden tödlich.
  • Als Lebensretter können sich nur volljährige Personen mit medizinischer Grundqualifikation aus Feuerwehr, Rettungsdienst, Pflege oder Ärzteschaft registrieren.
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Der Landkreis Starnberg wirbt für ein App-basiertes System, das bundesweit funktioniert. Erleiden Menschen einen Herzstillstand, sollen Ersthelfer, die sich in der Nähe befinden, alarmiert werden.

Von Peter Haacke, Starnberg

Im Falle eines Herzstillstands beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Schon wenige Minuten ohne Sauerstoff führen mit großer Wahrscheinlichkeit zu bleibenden Schäden. Großes Glück haben Betroffene, wenn ausgebildete Ersthelfer in der Nähe sind, denn sofortigen Wiederbelebungsmaßnahmen verdoppeln die Überlebenschance. Aber wie erfahren potenzielle Ersthelfer überhaupt von einem Notfall in ihrer Nähe und wie finden sie zum Einsatzort?

Genau da setzt das auf überregionalen, bundesweiten Betrieb ausgelegte, App-basierte System der Initiative „Region der Lebensretter“ an, der sich auch der Landkreis Starnberg angeschlossen hat. Die Initiative will die Überlebenschancen im Notfall erhöhen und die Aussicht auf eine möglichst umfassende Genesung nach einem Herzstillstand verbessern. Der Herz-Kreislaufstillstand stellt mit etwa 50 000 Fällen pro Jahr die dritthäufigste Todesursache in Deutschland dar. Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und fehlender Puls treten plötzlich auf und enden in neun von zehn Fällen tödlich.

Je mehr Ersthelfer sich registrieren lassen und je mehr Bürger die App auf ihrem Mobiltelefon installieren, desto engmaschiger wird das Netz, das Notfälle abfedern kann. An vielen öffentlich zugänglichen Orten stehen für Notfälle mittlerweile Defibrillatoren bereit. Es gehe darum, „Leben zu retten, bis der Notarzt kommt“, erläutert der Fürstenfeldbrucker Landrat Thomas Karmasin (CSU). Als Lebensretter registrieren können sich nur volljährige Personen mit medizinischer Grundqualifikation – etwa aus den Bereichen Feuerwehr, Rettungsdienst, Pflege oder Ärzteschaft.

Die Aktion „Leben retten per Smartphone“ wurde präsentiert von (von links) Katastrophenschutzplaner Roland Schwankhart, Alexandra Zimmermann vom  Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Fürstenfeldbruck und Landrat Stefan Frey.
Die Aktion „Leben retten per Smartphone“ wurde präsentiert von (von links) Katastrophenschutzplaner Roland Schwankhart, Alexandra Zimmermann vom  Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Fürstenfeldbruck und Landrat Stefan Frey. Landratsamt Starnberg

Die Anmeldung für potenzielle Helfer erfolgt über die App der „Region der Lebensretter“. Ihre Eignung wird von den Regionen- und Organisationsadministratoren geprüft. Dem Hochladen der geforderten Nachweise sowie der Bestätigung von Datenschutz- und Schweigepflichtserklärungen folgen die Prüfung der Dokumente sowie die Freischaltung. Alle im System registrierte Ersthelfende werden in allen Leitstellenbereichen, die an das System angeschlossen sind, alarmiert.

„Ich würde mich freuen, wenn sich möglichst viele Lebensretter finden würden, die sich registrieren“, sagt Starnbergs Landrat Stefan Frey (CSU): „Die Lebensretter-App kann wirklich Leben retten – helfen Sie mit!“ Weitere Informationen zur App und zur Registrierung unter www.regionderlebensretter.de.

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