Regionalmarketing im Landkreis Starnberg Mit Elmar Wepper auf der Couch

Präsentieren die "Blaue Couch" (v.li.): Jonas Mieth, Florian Viererbl, Pressesprecherin Maren Martell, Daniela Tewes und Lena Hüttl (beide gwt).

(Foto: Georgine Treybal)

Die Wirtschafts- und Tourismusförderung des Landkreises geht mit einem mobilen Möbel auf Vorstellungstour, um ihre Marke "StarnbergAmmersee" bekannter zu machen.

Von Peter Haacke, Starnberg

Der Begriff "Guerilla-Marketing" ist eine dieser Wortschöpfungen aus den Achtzigerjahren als Bezeichnung für ungewöhnliche Vermarktungsaktionen, die mit geringem Mitteleinsatz große Wirkung verheißen. "Guerilla" bedeutet im Spanischen etwa so viel wie "Kleinkrieg" und leitet sich von einer speziellen Art der Kriegsführung ab, bei der untypische Taktiken zur Zielerreichung im Hinterland des Gegners angewendet werden. Neue Ziele im Hinterland erreichen möchte auch die Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung im Landkreis Starnberg (Gwt): Mittels einer Roadshow, also einer mobilen Werbeveranstaltung an verschiedenen Orten, will man die im Oktober kreierte Marke "StarnbergAmmersee" von diesem Sommer an in der Region populärer machen und zugleich zeigen, wofür es die Gwt eigentlich gibt.

In der Vergangenheit tat sich der Landkreis Starnberg stets etwas schwer, seine Qualitäten in touristischer und wirtschaftlicher Hinsicht in den Vordergrund zu rücken. Der in der heimischen Bevölkerung eigentlich geläufige Begriff "Fünfseenland" soll daher durch den neuen Namen abgelöst werden, mit dem man zumindest jenseits der Landkreisgrenzen eine geografische Zuordnung schaffen will. Mit der Roadshow im Sommer soll auch erklärt werden, was hinter der neuen Regionsmarke und ihren sieben von de Tourismusförderern entdeckten Kernwerten steckt: märchenhaft, geistreich, privilegiert, traditionsreich, naturgesund, erfinderisch und erstklassig.

Die Gwt-Verantwortlichen griffen für diesen Zweck aufs Guerilla-Marketing zurück und ersannen mit der "Blauen Couch" einen "Messestand, der nicht aussieht wie ein Messestand", erklärte Gwt-Mitarbeiterin Daniela Tewes. Mit dem Möbel will man von August an auf Tournee gehen. Die demontierbare Couch - fünf steckbare Sitzelemente mit blauem Neoprenbezug und Getränkehalter sowie zwei mit Stegholz beplankte Tische - soll dann an Badeplätzen und Veranstaltungsorten auftauchen. Das handgemachte Teil ist eine Arbeit des Schreiners Jonas Mieth aus Feldafing und des Starnberger Produktdesigners Florian Viererbl. Premiere soll das neue Marketing-Instrument bei der Eröffnung des Open-Air-Filmfestivals am Samstag, 4. August, im Starnberger Strandbad mit Elmar Wepper als Ehrengast haben.

Rund um die Roadshow sind diverse weitere Aktionen geplant: Interviews, Diskussionen oder Facebook-Gewinnspiele, sagte Tewes am Donnerstag anlässlich der Präsentation des mobilen Sitzmöbels im Strandbad: "Wir sind super flexibel." Auch beim Naturerlebnistag, dem Tag der Ausbildung oder bei Existenzgründer-Veranstaltungen will die Gwt "zeigen, was wir alles machen", sagte Tewes. "Wir wollen etwas zugänglicher sein". Erklärtes Ziel ist es, den Bekanntheitsgrad der Gesellschaft zu steigern und die Regionalmarke besser zu verkaufen.

Erste Erfolge weist die Gwt vor: Für 350 Euro im Jahr können Gewerbetreibende das Logo "StarnbergAmmersee" auf ihren Produkten verwenden, "nicht beliebig, sondern wertschätzend", merkt Geschäftsführer Christoph Winkelkötter dazu an. Für Mitglieder des Gewerbeverbands und Institutionen gibt es Sondertarife.

Zunächst aber kommt die mobile Begegnungsstätte - Arbeitstitel: "Guerilla-Couch" - zum Einsatz, um "mit den Leuten ins Gespräch zu kommen", sagt Winkelkötter. Das Logo ziert bereits die Flaschen eines Herrschinger Fruchtsaftherstellers. Und damit die Gäste der "Blauen Couch" nicht auf dem Trockenen sitzen, gibt es unter der Sitzfläche sogar Stauraum für Getränke.