Nepomuk:Die Bavaria mit der Brezn

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Der Seegeist Nepomuk war beim Arzt - und hat dort gelernt, was die Wiesn mit Corona-Spitzen zu tun hat.

Von eurem Nepomuk, Starnberg

Wisst ihr, was ich heute Nacht geträumt hab'? Natürlich nicht, wie auch. Aber ich sag's euch: Ich träumte, dass die Münchner "Bavaria" eine Brezn in die Höhe hält und huldvoll mit ihr grüßt. Was hat sich der Erzgießer Ferdinand von Miller nur dabei gedacht. Eine Brezn? Heutzutage würde sie ohnehin mit einem begehbaren Smartphone winken oder mit einem Thermomix. Dabei passt die Brezn viel besser zur Theresienhöhe und zur Wiesn.

Jetzt weiß ich's: Die Bavaria grüßt mit der sündteuren Riesen-Brezn natürlich die Wiesn-Besucher. Aber die sehen das ja eh nicht, weil sie in den Bierzelten auf den Tischen stehen. Draußen konnten sie sich ja nicht aufhalten, weil es heuer dauernd goss wie aus Kübeln. Gut, es waren dieses Jahr nicht ganz so viele Besucher wie vor der Corona-Pandemie 2019. Und die Umsätze der Wiesn-Wirte waren natürlich geringer als sonst. Aber dafür schoss die Sieben-Tage-Inzidenz rund um München ungebremst hoch. Irgend etwas muss ja steigen...

Woher ich das weiß? Nun ich war in dieser Woche mal wieder bei meinem Hausarzt, nennen wir ihn Doktor Bader. So hießen die Ärzte früher doch alle. Ich war übrigens nicht wegen eines PCR-Tests dort - und vorher auch nicht im Bierzelt. Als ich also da im Wartezimmer saß, klingelte das Telefon im Vorzimmer der Praxis unaufhörlich. Die Mitarbeiterin am Empfang, sie ist übrigens eine der wenigen Menschen, die echt multitaskingfähig ist, sagte auch nach dem gefühlt 100. Mal noch freundlich: "Kommen Sie heute um 12 Uhr. Aber bitte bleiben sie vor der Praxis stehen, wir kommen raus." So geht das dort seit Tagen, sagen die Mitarbeiter. Waren sicher alle auf der Wiesn, die Anrufer. Und wollen jetzt alle einen PCR-Test machen. Und die Mitarbeiter des Arztes haben jetzt den Stress an der Backe und das Risiko auch. Dabei sollten sie dem Landarzt hoch anrechnen, dass er überhaupt noch testet. In München wird man dafür gern in ein Testzentrum geschickt, das nicht immer so nah ist, wie der Arzt am Ort.

Ach ja, jetzt weiß ich woher ich die Brezn-Bavaria kenne? Aus einem Wimmelbuch natürlich. Ihr kennt Wimmelbücher nicht? Hab ich mir schon gedacht. Und was die Bavaria tatsächlich in der Hand hält, wisst Ihr das wenigstens, fragt sich...euer Nepomuk.

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