Nepomuk Wie bei Hase und Igel

Die wahren Herausforderungen in Starnberg liegen auf der Straße

Kolumne von Eurem Nepomuk

Liebe Leute, Ihr wisst ja, dass ich Herausforderungen liebe. So bin ich seit Menschengedenken mit meiner lieben Frau verheiratet, immer der selben natürlich. Und wohne auch schon so lange in Starnberg, dass ich Euch genau vorhersagen kann, was hier passieren wird mit so Sachen wie der Seeanbindung, die das erste Mal vor 47 Jahren diskutiert worden ist, wenn ich mich recht erinnere. Eine echte Herausforderung, mich so lange mit diesem alten Käse zu beschäftigen. Ich trau' mich auch, alles, was ich habe, inklusive meiner lieben Frau, zu verwetten, wer der nächste Bürgermeister in Starnberg wird, und das meine ich jetzt ganz geschlechtsneutral. Auch dieses Amt wäre eine gute Herausforderung für jemanden wie mich.

Aber die wahren Herausforderungen liegen in Starnberg ganz woanders, nicht im Rathaus und auch nicht an der Seepromenade. Na, wo denn schon? Auf der Straße natürlich, und ich komme Euch jetzt zu Ostern natürlich nicht mit dem Tunnel. Habt Ihr gestern mal aus dem Vorgarten auf die Straße geschaut oder habt Ihr die Idee gehabt, ein Eis zu holen, weil es so schön sommerlich ist? Ja, Sommer, das ist das richtige Stichwort. Die Lokale voll wie im Juli, die ersten gehen schwimmen im eiskalten See, das ist eine der wenigen Herausforderungen, die ich ablehne. Was ich Euch sagen will, die wahre Herausforderung in Starnberg ist der Verkehr. 20 Minuten im Dauerstau im heißen Auto vom Landratsamt bis zur Eisdiele am Kirchplatz, da schmilzt die Lust auf eine Kugel Starnberger Stadteis dahin.

Ich bin da natürlich schlauer und nehme für alle Wege das Fahrrad. Das freut meinen Freund, den Maier Toni, den Chef vom Radlerclub ADFC, für den ja einen Radlfahrt nach München nicht mehr ist als eine Spritztour. Ich find' Radeln toll, so wie fast alle, und wenn sie nur das Radl auf dem Fahrradträger ihres Geländewagens herumkutschieren. Dabeisein ist alles. Nur meine liebe Frau, die mag das Radeln nicht. Sie glaubt, dass sie mit ihrer Benzinscheesn schneller zum Metzger Kandler kommt als ich mit dem Radl. "Hic Rhodus, hic salta", hab' ich als alter Lateiner zu ihr gesagt, was auf Bairisch heißt: Auf geht's, Oide. Also haben wir eine kleine Wettfahrt gemacht, und was soll ich Euch sagen, es war wie mit dem Hasen und dem Igel, wobei ich natürlich der Igel war. Was ich nicht verraten habe: Dass ich seit neuestem ein E-Bike habe. Das dürft ihr nicht weitererzählen, wünscht sich Euer Nepomuk