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Nepomuk:Man muss das Glück erzwingen

Mit Kaminkehrern: Karl Roth übergibt an Stefan Frey (2.v.li.).

(Foto: Landratsamt)

Bei der Übergabe der Amtsgeschäfte an den neuen Landrat sind zwar einige Glücksbringer dabei - aber wahrscheinlich nicht genug

Kolumne von EUER NEPOMUK

Ich hab' ja keine Ahnung, ob Euch das überhaupt interessiert in diesen Zeiten des Unglücks, aber wisst Ihr, warum die Hasenpfote so aus der Mode gekommen ist? Klar, zu Recht natürlich. Aber eben auch, weil die wahre magische Voodoo-Wirkung angeblich nur von der linken hinteren Pfote eines Hasen ausging, der zu Vollmond an einem regnerischen Freitag, dem 13., auf einem Friedhof sein Leben aushauchen sollte. Getötet von einer silbernen Kugel und einem schielenden Schützen, im Idealfall von einem Werwolf. Ja, das ist eine komplexe Koinzidenz. Was das heißt? Fragt mich nicht, ich red' wahrscheinlich nur so daher, weil ich in vielen langen Stadtratssitzungen meinem guten alten Spezl Stefan Frey zugehört hab', dem neuen Landrat.

Am Donnerstag war ja Stabwechsel im Landratsamt. Karl Roth kam und ging. Stefan Frey erschien und blieb. Beide sprachen bedeutende Sätze, aber ehrlich gesagt, hab' ich sie sofort vergessen. Trotzdem, ein großer Moment vor kleinem Kreis, genau gesagt waren nur die Hauptprotagonisten, einige Führungskräfte und die Vorzimmerdamen des Landrats dabei. Und außerdem Glücksbringer: Zwei Kaminkehrer traten an. Überreicht wurden Glücksklee und eine Glückskastanie, ein wilder Kakaobaum, ferner die große und die kleine Kreistagsglocke, was womöglich auch Fortune bringt. Alles schön und gut, aber was fehlte, waren Sternschnuppen am Himmel. Misteln, Marienkäfer und Hufeisen. Kein einziges Glücksschwein suhlte sich in den Amtsteichen. Es regnete nicht genug und keiner schielte - seid mir nicht böse, aber das muss wiederholt werden, liebe Leute, findet

© SZ vom 02.05.2020

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