Nepomuk-Kolumne Bürgermeister verzweifelt gesucht

Die FBK in Krailling hat noch keinen Kandidaten für die vorgezogene Wahl - und liebäugelt mit einer Zeitungsannonce

Von Eurem Nepomuk

Liebe Leute, ihr wisst ja noch, dass ich mich kürzlich für den Posten des Landrats ins Spiel gebracht habe. Weil mein guter alter Spezl, der Roth Karli, nimmer antreten will. Kann ja gut verstehen, dass er sich nicht mehr mit den vielen Pappnasen im Landkreis herumschlagen will, die ihm etwa erklären, wie und wo ein Gymnasium gebaut soll, oder wo vielleicht doch noch Platz für ein Windradl wäre. Wenn ich's mir so recht überleg', hab ich dazu auch nicht voll viel Bock, wie man heutzutage sagt. Ihr wisst ja, ich gehe mit der Zeit, habe ein super Handy, Tablet-PC und zum Geburtstag wünsche ich mir einen 3D-Drucker, damit ich . . . - aber das ist eine andere Geschichte. Altmodisch bin ich bloß, was die Manieren betrifft und mein altes grünes Mofa, mit dem ich durch den Landkreis zockle. Schöne Strecke übrigens, durch das Würmtal, gehört zu meinen Lieblingsausflügen.

Durch Gauting fahr' ich schnell durch, weil ich da sonst einschlafe, da ist einfach nix los. Aber dann kommt Krailling, der stille Schatz im Norden des Landkreises. Dort ist ja auch ein Posten vakant, weil meine liebe alte Freundin, die Bürgermeisterin Christine Borst, mehr Wert auf ihre Gesundheit legt als auf ihre Amtskette, das kann ich gut verstehen, wir werden ja alle nicht jünger. Mein Mofa ist Baujahr 1963, und ich bin noch viel älter. Aber noch dynamisch genug, und erfahren sowieso, und mit allen Wassern gewaschen dazu auch noch, um mich zumindest mal als Bürgermeister zu verdingen. Denn die FBK hat offenbar ihre Not, einen geeigneten Kandidaten, oder von mir aus auch eine Kandidatin, zu finden. Bin ja dschenderneutral, oder wie das heißt. Deshalb machte Gemeinderätin Dietlind Freyer-Zacherl, die auch sonst mit guten Ideen glänzt, ihrer Freien Bürgergemeinschaft einen Vorschlag.

Man könnte doch eine Zeitungsannonce aufgeben, für eine offene Stelle als Bürgermeister sozusagen, sagte sie. Na prima! Da ich ja nicht nur Zeitung lese, sondern sogar in einer schreibe, sitze ich sozusagen an der Quelle. Und dass ich mich im Landkreis auskenne wie kein zweiter, ist ja auch klar. Sogar in Krailling, speziell beim Alten Wirt und der Brauerei. Schöne Biergärten dort. Ansonsten auch nicht viel los. Also beste Voraussetzungen für ein komfortables Bürgermeister-Dasein. Auf einen Dienstwagen würde ich natürlich verzichten, ihr wisst warum. Muss jetzt gleich meine Bewerbung schreiben. Eilig grüßt Euer Nepomuk