Nahverkehr im Landkreis Starnberg Der nächste Expressbus

Die Verkehrswende kommt voran: Der Landkreis plant mit der Linie X 920 eine schnelle Anbindung der Gewerbegebiete in Krailling und Gilching an die U-Bahn in Großhadern.

Von Michael Berzl

Zwischen Starnberg und Buchenau sowie Großhadern und Weßling fahren bereits Expressbusse auf den Linien X 900 und X 910. Eine weitere schnelle Verbindung ist nun zwischen Fürstenfeldbruck und der U-Bahn in Großhadern geplant. Der Fahrplan, der am Dienstag im Mobilitätsausschuss des Starnberger Kreistags vorgestellt wurde, sieht für den X 920 zwei Fahrten pro Stunde und Haltestellen in Alling und Gilching, im Kraillinger Gewerbegebiet sowie in Krailling, Planegg und Martinsried vor. Ein vierjähriger Probelauf soll zum Fahrplanwechsel im Dezember nächsten Jahres beginnen.

Der Ausschuss hat dem einmütig zugestimmt. Wenn auch die beteiligten Kommunen Krailling und Gilching sowie der Landkreis Fürstenfeldbruck zustimmen, erhält der MVV den Auftrag, die Probelinie europaweit und nach den geltenden Förderrichtlinien auszuschreiben.

Öffentlicher Nahverkehr Schnell, schneller, Express
Öffentlicher Nahverkehr im Landkreis Starnberg

Schnell, schneller, Express

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Wenn der neue Expressbus startet, wird der Regionalbus 907 gestrichen, der bisher zwischen Germering und Gauting fährt und dabei auch eine Runde durch das Kraillinger Gewerbegebiet dreht. Für den Expressbus X 900 gäbe es dann im Bereich Gilching einige Änderungen an der Route an den Abfahrtszeiten. Laut dem Fahrplan für die Ausschreibung startet der neue X 920 morgens um 5.35 Uhr in Fürstenfeldbruck; der letzte Bus kommt um 22.45 Uhr in Großhadern an.

Die Kreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster macht in ihren Erläuterungen auf eine ganze Reihe von Vorteilen durch die Einführung der neuen Linie aufmerksam. So könne die Gemeinde Gilching ein weiteres Gewerbegebiet an den öffentlichen Nahverkehr anschließen. Außerdem werde dort auch ein 20-Minuten-Takt für Fahrten nach Fürstenfeldbruck und ein Stundentakt nach Starnberg geschaffen. Zudem erhalten die Beschäftigten in den Firmen in der Kraillinger Innovationsmeile (KIM) eine direkte Anbindung an die U-Bahn, ähnlich wie es das bereits in den Gewerbegebieten südlich der Lindauer Autobahn in den Bereichen von Gilching und Weßling mit der Linie X 910 gibt.

Der dritte Expressbus beschert dem Landkreis auch Kosten. Verkehrsmanagerin Münster rechnet mit zusätzlichen Ausgaben von bis zu 175 000 Euro pro Jahr. Beim Innenministerium gibt es aber auch ein spezielles Förderprogramm für Expressbuslinien über Landkreisgrenzen hinweg. Ein entsprechender Antrag der Kreisverwaltung liegt seit August bei der Regierung von Oberbayern. Wenn Geld aus diesem Programm zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum fließt, könnten die Ausgeben des Landkreises noch verringert werden.

Vor allem für die Beschäftigten in den Betrieben auf der Strecke sind diese schnellen Verbindungen per Bus attraktiv. Wie wichtig so ein Angebot ist, zeigte zuletzt das Beispiel X 910 zwischen Weßling und Großhadern, der im August gestartet ist. Für diese Linie, die Firmen in der Umgebung der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen mit der U-Bahn verbindet, wurden sogar Unterschriften gesammelt. In kurzer Zeit war es dann dem Landkreis gelungen, einen "Notbetrieb" zu starten.

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