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Nachruf:Die gute Seele vom Café Hofmair ist tot

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Ihr Mann, Konditormeister Hans Hofmair, kreierte gern neue Gebäcksorten - Margarete Hofmair brachte sie mit großem Verkaufstalent an die Kunden im Café Hofmair.

(Foto: oh)

Über Jahrzehnte galt Margarete Hofmair als Seele des Tutzinger Cafés Hofmair. Sie machte das Café an der Hauptstraße und den dazugehörigen Garten zu einem Wohnzimmer nicht nur für Tutzinger, sondern weit darüber hinaus. Freundlich-charmant und eloquent gab sie allen das Gefühl, ganz speziell für sie da zu sein. Mit ihren Eltern und drei Geschwistern war sie Anfang der 1950er Jahre als 20-Jährige nach Tutzing gekommen, als ihr Vater Gutsverwalter auf der Ilkahöhe wurde. Bald lernte sie Hans Hofmair kennen, den Sohn des damaligen Café-Eigentümers. In zweiter Familiengeneration übernahmen Hans und Margarete Hofmair in den 1960er Jahren mehr und mehr die Leitung des Betriebs, führten ihn bis Mitte der 1980er Jahre erfolgreich: er als Chef der Backstube, sie als Chefin von Laden und Café. Mit ihren Schäferhunden war Margarete Hofmair viel in Tutzing unterwegs, kannte viele der alten Häuser gut und ihre Bewohner oft über Jahrzehnte als Stammkunden "beim Hofmair". Für ein Schwätzchen nahm sie sich immer Zeit. Zuletzt stand ihre Familie mit vier Generationen im Haus an der Greinwaldstraße im Mittelpunkt. Dort legte sie wie früher im Geschäft besonderen Wert auf üppige Blumendekorationen. Die Familientradition des Cafés wollen nun Hofmair-Enkel Sebastian Goslich und seine Frau Verena übernehmen.

Am vergangenen Dienstag ist Margarete Hofmair in ihrer Tutzinger Wohnung im Alter von 88 Jahren gestorben, wie ihre Familie mitteilt. Der Trauergottesdienst findet diesen Dienstag von 14.30 Uhr an in der Tutzinger Pfarrkirche St. Joseph statt.

© SZ vom 26.01.2021 / manu
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