Landgericht MünchenVater gesteht Missbrauch an eigenen Kindern

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69-jähriger Starnberger kündigt Täter-Opfer-Ausgleich in Höhe von 200 000 Euro an.

Von Andreas Salch, Starnberg

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Jetzt, im Alter von 69 Jahren hat der Angeklagte vermutlich so gut wie alles verloren, was er sich über Jahrzehnte hin aufgebaut hat: Vieles von dem Geld, das er als Berater im Landkreis Starnberg verdient hat. Verlieren wird er wohl aber auch etliche Jahre seiner Freiheit. Gegen den 69-Jährigen, der sich seit diesem Donnerstag vor dem Landgericht München II verantworten muss, hat die Staatsanwaltschaft unter anderem Anklage wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen sowie schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. Bei den mutmaßlichen Opfern handelt es sich um die vier Kinder des Beraters. Laut seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Maximilian Pauls, räumt sein Mandant die Taten ein. Seinen Kindern will der Berater insgesamt 200 000 Euro im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs zahlen. Sollte es dazu kommen, dürfte sich dies erheblich auf die Höhe der Strafe auswirken, die das Gericht im Falle einer Verurteilung verhängen wird. "Ich bin mir bewusst, was ich meinen Kindern alles angetan habe", sagte der 69-Jährige zum Auftakt der Verhandlung.

Seine Tochter, die 1990 geboren wurde, soll der Berater ab dem Alter von sechs Jahren "regelmäßig, teilweise täglich aus jeweils nichtigem Anlass" geschlagen haben, und zwar dann, wenn er mit dem Kind allein zuhause gewesen sei, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Hatte das Kind zum Beispiel keine Hausschuhe an oder aber seine Lego-Steine nicht nach Farben sortiert, wie es der Angeklagte ihm aufgetragen haben soll, soll es zu gewalttätigen Übergriffen gekommen sein. Doch nicht nur das. Im Alter von 10 Jahren soll sich der Berater im Bett eines Hotelzimmers an dem Mädchen vergangen haben, als er mit ihm in Rom allein Urlaub machte. Als die Tochter 15 war, endeten die ständigen gewalttätigen Übergriffe des Vaters angeblich abrupt. Als er sie wieder einmal attackiert habe, soll sie nämlich zurückgeschlagen haben.

Nach diesem Vorfall sollen die drei kleineren Kinder des Beraters Opfer seiner Gewalt- und sexuellen Übergriffe geworden sein. Entweder 2004 oder 2005 soll der 69-Jährige seine kleine Tochter "zumindest zwanzig Mal", so heißt es in der Anklage der Staatsanwaltschaft, in den Rücken und in das Gesäß getreten haben, weil sie sich verkleidet hatte. An seinen beiden Söhnen soll sich der Berater auch sexuell vergangen haben. Einer der beiden war vermutlich erst vier Jahre alt, als er mutmaßlich Opfer seines Vaters wurde. Dessen Bruder soll der 69-Jährige missbraucht haben, als dieser zwölf war.

Im Rahmen eines Rechtsgesprächs zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung wurde dem Berater für den Fall eines vollumfassenden Geständnisses und dem Zustandekommen des Täter-Opfer-Ausgleichs eine Haftstrafe zwischen mindestens drei Jahren, zehn Monaten und höchstens vier Jahren sechs Monaten in Aussicht gestellt.

Bei den Angaben, die der 69-Jährige zu seiner Person machte, hob er hervor, dass er trotz seines Austritts aus der Kirche, religiös sei. Christentum und "buddhistische Lebensweise" bedeuteten ihm sehr viel, sagte er. Sehr vieles was ihm im Leben widerfahre, sehe er unter "karmischen Gesichtspunkten". Die Übergriffe auf seine Kinder bezeichnete er als "Fehlbehandlung". Der Prozess wird fortgesetzt.

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