bedeckt München
vgwortpixel

Müllumladestation:Zurück zum kleineren Übel

Hochstadt Neuplanung Awis Mülldeponie

So hoch soll die Müllumladestation werden: Anton Quanz, Georg Schmidt, Christine Sperling und Gerd Pfister demonstrieren mit dem roten Luftballon die Dimensionen der Awista-Planung bei Hochstadt.

(Foto: Nila Thiel)

Weßling will den Abfallwirtschaftsverband lieber bei St. Gilgen planen lassen

Seit Wochen protestieren die Weßlinger gegen eine Wertstoffumladestation auf freien Feld in Oberbrunn (Gemeinde Gauting) an der Grenze zu Hochstadt. Neben Demos waren Flyer verteilt, Unterschriften gesammelt Gespräche geführt und Briefe geschrieben worden. Am Freitag wird sich nun herausstellen, ob die Bemühungen Erfolg hatten: Dann tagt die Verbandsversammlung des Abfallwirtschaftsverbandes Starnberg (Awista), um das Projekt auf den Weg zu bringen.

Weßlings Gemeinderat hat nun einstimmig beschlossen, dass statt des Neubaus in Oberbrunn eine Umladestation bei Sankt Gilgen (Gilching) entstehen soll. Der Vorschlag war 2015 abgelehnt worden. Damals hatte das Gremium die zweite Umladestation unweit des Privatunternehmens Remondis einhellig abgelehnt, jetzt wurde die Einrichtung befürwortet. Der Awista soll - falls die Verbandsräte dafür sind - "die Verfahren so zügig wie möglich bearbeiten". Die Weßlinger fordern den Awista auf, den Alternativstandort "in die weiteren Überlegungen und Planungen einzubeziehen und die Machbarkeit zu prüfen". Vom Eigentümer habe er die Bereitschaft, Grund zur Verfügung zu stellen und gegebenenfalls zu verkaufen, sagte Weßlings Bürgermeister Michael Muther. Er wäre sogar um 6000 Quadratmeter erweiterbar.

Zwischen den beiden Grundstücken wäre die Fläche "An den Gruben" nahe der Gilchinger Gemeindegrenze "das kleinere Übel", hieß es. In Oberbrunn sei das Grundwasser zu schützen, "eine Erweiterung der Tiefenbrunner Rinne wäre dann unmöglich", betonte Muther. Die Weßlinger befürchten zudem mehr Verkehr. Noch hoffen die Ratsmitglieder auf ein Einsehen der Verbandsräte. Parallel dazu lassen sie rechtliche Möglichkeiten für die Gemeinde prüfen, um eine Bebauung des "in vielerlei Hinsicht äußerst sensiblen Bereichs zu vermeiden", wie es in der Vorlage hieß.

Harsche Kritik gab es an der Nachbargemeinde: Unfair sei es, dass in Gauting bereits geplant wurde, obwohl die Öffentlichkeit erst im Juli 2018 vom - angeblich bereits im Dezember 2017 vom Awista - gekauften Grundstück erfahren habe, sagte Michael Sturm (Freie Wähler). Awista-Geschäftsführer Peter Wiedemann wies diesen Vorwurf zurück. Zudem seien Grundstücksgeschäfte laut Satzung grundsätzlich nichtöffentliche Angelegenheiten. Für Freitag erwartet Wiedemann von den Verbandsräten einen Prüfungsauftrag für beide Standorte.