Es ist eine schreckliche Tat, welche die Region aufgewühlt hat: Den Ermittlern zufolge tötete ein Familienvater am 14. Juni vergangenen Jahres in einem Haus in Krailling mit zahlreichen Messerstichen seine 29-jährige Ehefrau, weil sie sich von ihm wegen häuslicher Gewalt trennen und er ihre Entscheidung nicht hinnehmen wollte. Kurz vor der Tat hatte die Frau noch gerichtlich ein Kontaktverbot erwirkt, doch dieses ignorierte der mutmaßliche Täter. Gut ein Jahr später hat das Landgericht München II die Anklage wegen Mordes gegen den 37-jährigen Mann zugelassen. Der Prozess beginnt am 15. September vor dem Schwurgericht, hierzu hat die Staatsanwaltschaft 20 Zeugen benannt – darunter Angehörige des Opfers und des Tatverdächtigen sowie Polizisten, Rechtsmediziner, Psychiater und Nachbarn des Tatorts.
Das Opfer stammte ebenso wie der Täter aus Jemen und war im April 2025 im Wege des Familiennachzuges mit den drei gemeinsamen Kindern nach Deutschland gekommen. Schon bald soll es zwischen den Eheleuten aber zu Streitigkeiten und körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein, sodass öfter die Polizei alarmiert werden musste. Die Frau, die noch drei weitere Kinder aus einer anderen Beziehung hatte, erstattete gegen ihren Mann schließlich Strafanzeige.
Am Tattag stach der Täter mit dem Messer so brutal auf die junge Mutter ein, bis diese schwer verletzt zusammenbrach und ihren Verletzungen erlag – so stellt es die Staatsanwaltschaft dar und nennt als Motiv: Der Ehemann habe mit der Tat „ihr vorangegangenes Verhalten bestrafen und seine Macht demonstrieren wollen“.
Nach dem Verbrechen war in der Kraillinger Ortsmitte ein Transparent mit der Mahnung aufgehängt worden: „Keine wird vergessen – Stoppt Femizide“. Davor wurden rote Kerzen aufgestellt. Am Totensonntag erinnerte zudem der Frauennotruf im Landkreis Starnberg an den Femizid als eine „äußerste Eskalationsstufe geschlechtsbezogener Gewalt, die durch ungleiche Machtverhältnisse und Dominanzverhalten motiviert“ sei. Solche Taten würden oft von Männern und Ex-Partnern begangen, insbesondere nach Trennungen.


