Mörlbach Hoch zu Ross durch Mörlbach

Nach der Absage aus Tutzing gibt es nur noch einen Stephaniritt im Landkreis. Und auch hier schwinden die Mitwirkenden

Otto Fritscher

75 Reiter mit ihren Pferden sind beim Stephaniritt in Mörlbach mit von der Partie. Foto: Georgine Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

- Ein schneidender Wind pfeift durch das kleine Dorf, Bürgermeister Rupert Monn und seine Frau Juliane haben sich in Wintermäntel dick eingepackt. Schließlich dürfen die beiden am Vormittag des zweiten Weihnachtstages eine Kutschfahrt unternehmen. Und zwar nicht in irgendeinem Gefährt, sondern in einer ungarischen Jagdkutsche sind sie heuer beim Stephaniritt im Berger Ortsteil Mörlbach dabei. 75 Reiter sowie Gespanne haben sich eingefunden, um sich den Segen für Ross und Reiter abzuholen, den Pfarrer Piotr Wandachowicz erteilt. Der Geistliche hatte den Zug selbst angeführt, hoch zu Ross auf einem Pferd namens "Luggi". Dreimal umrundet der Zug das Karree in der Dorfmitte. So will es der Brauch zu Ehren des Schutzpatrons der Reiterei, des Heiligen St. Stephanus.

Einige Reiter sind von weither nach Mörlbach gekommen, zum Beispiel aus Warngau. "Wir sind sonst immer zum Tutzinger Stephaniritt gefahren, aber den gibt es ja nicht mehr", bedauern sie. Stimmt, denn die Tutzinger Veranstaltung, die traditionell am Nachmittag des 26. Dezember stattfand, fällt heuer zum ersten Mal seit vielen Jahren aus - "wegen zu geringer Beteiligung", wie die Tutzinger Organisatoren mitgeteilt haben. Somit ist der Mörlbacher Stephaniritt als einziger im Landkreis Starnberg verblieben.

Zur Freude vor allem der Kinder. "Oh, wie süß!", ruft etwa die fünfjährige Julia, als eine Kutsche vorbeifährt, die von vier weißen Ponys gezogen wird. Hinter dem Gefährt trottet brav ein schwarzer Labrador her. Applaus auch für die fünfjährige Antonia Doll, die auf ihrem Pony "Nessie" mitreitet. Viele Reiter haben ihre Pferde geschmückt, als Dank für die Teilnahme bekommen sie eine Rosette ans Zaumzeug geheftet. Es waren hier schon einmal 160 Reiter beim Stephaniritt und im vergangenen Jahr immerhin noch gut 100. Warum es dieses Mal weniger sind, lässt sich nicht erklären. Bei einem Glühwein freuten sich die Teilnehmer dann aber, dass es immerhin noch einen traditionellen Ritt im Fünfseenland gibt.