MobilitätsausschussVerschiebung um Jahre

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Ausbau der Bahnunterführung in Königswiesen kommt erst 2023

Von Michael Berzl, Gauting

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Wenn es nach den Königswiesern geht, könnte die Bahnunterführung am Ortseingang im Osten gerne noch länger so bleiben: so eng und niedrig, dass sehr große Lastwagen dort nicht hindurch passen. Zudem regelt eine provisorische Ampelanlage den Verkehr an dieser Engstelle. "Nice", nannte der Grünen-Kreisrat Hans-Wilhelm Knape aus Hausen im Mobilitätsausschuss den derzeitigen Zustand. Der wird auch auf Jahre noch so bleiben, denn der Beginn eines schon lange geplanten Ausbaus verschiebt sich immer weiter nach hinten. Mittlerweile wird in Unterlagen des Starnberger Landratsamts der April 2023 als Zeitpunkt für den Beginn der Arbeiten genannt. "Und wenn Klagen kommen, ist nicht sicher, dass der Termin zu halten ist", erklärte Landrat Stefan Frey (CSU) im Mobilitätsausschuss des Kreistags, der in Gilching tagte. Dass sie klagen wollen, haben Königswieser, die sich in der Initiative "Gegenverkehr" organisiert haben, schon lange angekündigt und bereits die Rechtsanwaltskanzlei Labbé eingeschaltet.

Wegen einer Tektur, einer Änderung an der bisherigen Planung also, kam es zur erneuten Verschiebung. So wurden die Kurven der Fahrbahn aufgeweitet und Gehwege um einen halben Meter auf 2,50 Meter verbreitet. In der Hauser Straße soll eine Querungsinsel für Fußgänger eingebaut werden, eine Treppe am Hang gegenüber der Einmündung der Königswieser Straße soll in Richtung Eisenbahnüberführung verschoben werden. Das alles zieht einen größeren Aufwand für Stützkonstruktionen und mehr Eingriffe in Grundstücke nach sich. Kreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster sprach im Ausschuss von einer Erhöhung der Sicherheit und "ganz erheblichen Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer" durch den Umbau.

Unverändert bleiben die wesentlichen Maße der Unterführung mit einer Breite von neun Metern und einer Höhe von 4,50 Metern. Das ist mehr als bisher und entspricht den Richtlinien, die bei der Vergabe von Zuschüssen zu beachten sind.

Zugleich ist es die geplante Vergrößerung, die den Königswiesern Sorge bereitet, denn sie befürchten, dass nach dem Ausbau der Verkehr zunimmt, dass insbesondere mehr Lastwagenfahrer den Weg durch ihren Ort suchen könnten. Zudem ist während der Bauarbeiten mit gravierenden Einschränkungen zu rechnen, da die Straße in dem Bereich für einen langen Zeitraum gesperrt wird und Autofahrer weite Umwege in Kauf nehmen müssen.

Während das Eisenbahn-Bundesamt das Planfeststellungsverfahren für den Brücken-Umbau vorantreibt, steigen die Kosten. Kreisrat Knape sprach im Ausschuss von einer Verdoppelung. Die Kosten für Straßen- und Brückenbau beziffert das Landratsamt inzwischen auf knapp 5,2 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für den Landkreis Starnberg belaufen sich demnach auf etwa 1,6 Millionen. Finanzierung und Planung der Brücke hat der Mobilitätsausschuss mit großer Mehrheit gebilligt; nur die Grünen-Kreisräte Knape und Anton Maier haben dagegen gestimmt. Der Kreisausschuss befasst sich in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 21. Oktober, mit dem Thema.

© SZ vom 12.10.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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