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Mobilität:Mehr Platz zum Radeln und Verweilen

Seefeld: Hauptstrasse

Wenn Busse Seefelds Hauptstraße passieren, kann es eng werden.

(Foto: Nila Thiel)

Einen Ort zum Ausspannen und eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die Hauptstraße, das wünschen sich die Seefelder in der laufenden Bürgerbeteiligung zum Verkehrskonzept

Von Christine Setzwein, Seefeld

Weniger Autos, dafür mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger, mehr Grün und mehr Bänke, kurz gesagt: Die Seefelder wünschen sich für ihre Ortsmitte einen Platz zum Verweilen. Dieses Zwischenfazit zieht die Gemeinde nach dem Start der Bürgerbeteiligung zum Verkehrskonzept Hauptstraße, die im Mai gestartet wurde. Außerdem spricht sich die Mehrheit der Teilnehmer für eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus.

Seit Mitte April gilt in der Hauptstraße ein einseitiges Parkverbot. Ausgenommen sind nur die Parkbuchten vor dem Krankenhaus, dem Schreibwarenladen und in der Kirchenstraße. Ein "Weiter-so" wie bis dahin sollte es nicht mehr geben, hatte der Gemeinderat beschlossen. Auch im Hinblick auf den Neubau des Krankenhauses und die Erweiterung des Supermarktes. Die Hauptstraße war zum Sorgenkind geworden. Kunden, Anwohner, Krankenhausbesucher, Lieferanten und Busfahrer mussten sich den knappen Platz teilen, denn geparkt wurde auf beiden Seiten. Vor allem die Busse wurden dadurch behindert, was oft zu Verspätungen führte. Darum erarbeitete die Gemeindeverwaltung in Abstimmung mit der Agenda Verkehr und der Polizeiinspektion Herrsching ein erstes Verkehrskonzept und rief gleichzeitig die Bürger auf, sich mit Kommentaren und Vorschlägen zu beteiligen. Ziel des Konzepts ist es, die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss in der Hauptstraße zu stärken.

Und das haben sie getan. Wie die Gemeinde mitteilt, erwarten die meisten Seefelder mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung einen Anstieg der Aufenthaltsqualität, zum Beispiel auf dem Wochenmarkt. Noch sei die Mobilitätsroutine zu stark am Pkw ausgerichtet, so der Grundtenor der Bürger. Für eine nachhaltigere, sozial und ökologisch vertretbare Mobilität wünschen sich viele eine Verstärkung des ÖPNV sowie der Rad- und Fußwege.

Aber die Seefelder haben auch eine Menge Ideen. So sollten etwa Radwege deutlicher gekennzeichnet werden. Ein kostenloser Lieferservice mittels Lastenpedellecs steht auf der Vorschlagsliste ebenso wie eine Mietstation für Fahrräder, die Einrichtung einer Fußgängerzone, das Verbreitern des Fußweges oder das Einsetzen kleinerer Busse.

Was das einseitige Parkverbot anbelangt, so fallen die Meinungen gemischter aus, heißt es in der Pressemitteilung. Neben Befürwortenden gibt es auch besorgte Stimmen, schließlich könnten Busse und Autos nun noch schneller durch die Hauptstraße fahren. Auch der Ruf nach einem Parkraumkonzept wird laut. Damit sollte den unterschiedlichen Bedürfnissen noch gerechter werden, indem man etwa zwischen Bewohnerparkplätzen, Kurzzeit- und Langzeitparkplätzen stärker unterscheidet. Die Mehrheit der bisher Beteiligten wünscht sich eine optische Aufwertung der Hauptstraße. Gerne gesehen wären zum Beispiel schattenspendende Bäume, die nebenbei auch Kohlendioxid filtern, und mehr Sitzbänke, die zum Verweilen einladen. Die Hauptstraße als Begegnungszone könne aber auch zu noch mehr Trubel führen, gibt ein besorgter Bürger zu bedenken.

Noch bis Mitte September sind die Seefelder eingeladen, sich am Verkehrskonzept für die Hauptstraße zu beteiligen. Wo und wie das geht, ist auf der Homepage www.hauptstrasse-seefeld.de. nachzulesen.

© SZ vom 30.08.2019

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