Mitten in Tutzing:Hunde schwimmen, Diebe schrauben

Der Schilderklau geht um im Fünfseenland, am Badeplatz in Unterzeismering waren die Schrauber besonders schnell

Glosse von David Costanzo

Gleich zwei - neudeutsch würde man sagen - Mega-Trends verknüpft diese Meldung. Es geht einmal um schwimmende Hunde, die seit vergangener Woche wieder in den Erholungsgebieten erlaubt sind und am Sonntag sogar im Gautinger Sommerbad planschen durften. Und es geht um den um sich greifenden Schilderklau - seit Wochen rücken Unbekannte mit Schraubendrehern und Gabelschlüsseln an, um vor allem Ortstafeln zu demontieren und mit ihnen höchstwahrscheinlich Partykeller zu dekorieren.

Im Tutzinger Ortsteil Unterzeismering waren die Schrauber nun in Rekordzeit zur Stelle. Keine fünf Stunden, nachdem die Gemeinde ein Hundeverbotsschild am Badeplatz aufgestellt hatte, war es schon wieder weg. Dort sei im Sommer ein - wie es das Rathaus im besten Verkehrsfunkduktus formuliert - "vermehrtes Hundeaufkommen" zu beklagen gewesen. Aus der kleinen Wiese sei also ein Zamperlspielplatz geworden, jedenfalls hätten sich viele Leute darüber beschwert. Seehunde könne man dort aber schon aus hygienischen Gründen nicht tolerieren, heißt es, außerdem bestehe bereits ein absolutes Halte-, äh Hundeverbot. Das zu unterstreichen, sollte eben das Schild dienen. Die Gemeinde droht dem Täter nun mit einer Ordnungswidrigkeit, bittet Zeugen um Hinweise und Frauchen sowie Herrchen um Verständnis.

Doch wer weiß, was der Unbekannte mit dem Verbotsschild treibt. Muss ja kein Hundefreund sein, der seinem Rottweiler mal wieder ein Vollbad verpassen will. Vielleicht ärgern den neuen Schildbesitzer die Tiere auch ganz woanders - und er benötigt die Tafel nun, um dort seinerseits ein absolutes Hundeverbot auszuweisen?

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