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Mitten in Seefeld:Glück im Überfluss

Vom Leck in der alten Wasserleitung haben die Hechendorfer kaum etwas bemerkt.

(Foto: AWA-Ammersee)

So ein Wasserrohrbruch ist nicht lustig - außer man hat vorgesorgt

Glosse von Christine Setzwein

Einen Wasserrohrbruch wünscht sich wirklich niemand. Eingeseift unter der Dusche zu stehen, während kein Tropfen mehr aus dem Hahn kommt, ist nicht lustig. Nudeln kochen ohne Wasser ist geradezu unmöglich, Spülen auch. Ein Wasserrohrbruch kann andererseits das Gegenteil bewirken: zu viel Wasser dort, wo es nicht hingehört. So wie in Georgia, USA, wo sich jüngst die Auszählung von Briefwahlunterlagen verzögerte, weil Räume in einem Stadion in Atlanta unter Wasser standen, in denen Wahlurnen gelagert waren. Die Präsidentschaftswahl wurde deshalb aber nicht für ungültig erklärt. Glück gehabt.

Glück hatten auch die 3400 Einwohner von Hechendorf. Sie wurden nämlich bis vor wenigen Wochen nur über eine einzige Hauptleitung mit Trinkwasser versorgt. Ein Horrorszenario für die Wasser- und Abwasserbetriebe AWA-Ammersee. Darum haben sie in den Sommerferien eine zweite Leitung gelegt und mussten dafür die Straße zwischen Hechendorf und der Kreuzung beim Schloss Seefeld für Wochen komplett sperren. Was war das für ein Gezeter, weil Autofahrer deswegen einige Umwege in Kauf nehmen mussten!

Jetzt ist das passiert, wovor die AWA Bammel hatten: Die Hauptleitung im Bereich "Am Oberfeld" bekam ein Leck. Ohne die zweite Leitung wäre der gesamte Ortsteil Hechendorf stundenlang ohne Wasser gewesen, teilt AWA-Vorstand Maximilian Bleimaier mit. Seine Mitarbeiter freuen sich, dass sie das verhindern konnten - und kein Hechendorfer musste eingeseift aus der Dusche steigen.

© SZ vom 27.11.2020
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