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Mitten in Gauting:Abwaschbare Polizei

Im kommunalen Bereich ist natürlich Weitblick gefragt - auch beim Bau einer neuen Inspektion am Ortsausgang

Der kluge Mann baut vor, heißt es schon in Friedrich Schillers Wilhelm Tell. Klar, wer klug ist, der denkt vorher nach, anstatt sich später über die Folgen zu ärgern. Der plant vorausschauend. Das gelingt bekanntlich mal besser und mal schlechter - auch in der Politik. Ein Fall der jede vorausschauende Planung vermissen lässt, ist bekanntlich der Berliner Großflughafen.

Auch im kommunalen Bereich ist natürlich Weitblick gefragt. So plant die Gemeinde Gauting eine neue Polizeiinspektion am Ortsausgang in Richtung Unterbrunn. Das bisherige Revier liegt in der Münchner Straße. Das Haus, in dem die Beamten seit Jahrzehnten beschäftigt sind, hat seine besten Jahre langst hinter sich und entspricht nicht den Anforderungen, die man heute an eine Polizeidienststelle stellt. Es ist schlecht gedämmt, die Platzverhältnisse sind beengt, schon der Zugang ist nicht behindertengerecht. Sogar ein tiefer Riss hat es schon durchzogen.

Am neuen Standort soll alles anders werden, funktionaler, moderner. Das soll sich auch in der Fassadengestaltung widerspiegeln. Nur drei Materialien sind für die neue Front zugelassen: heller Putz, Holz, Glas. Klingt gut, ist aber alles andere als leicht zu reinigen. Jetzt werden sich vermutlich Einige fragen: Warum denkt man denn schon ans Saubermachen, wenn es noch ein paar Jahre dauern dürfte, bis überhaupt die Bagger rollen.

Und da greift das Zitat vom "klugen Mann". Denn die Polizei hat die Gemeinderäte darum gebeten, einen speziellen Putz und abwaschbare Farbe verwenden zu dürfen, um mögliche Schmierereien, Farbbeutelattacken und Graffiti schneller wieder abzubekommen. Dürfen sie. Übermannshoch soll die abwaschbare Farbschicht sein.

Man fragt sich nur: Warum rechnet die Gautinger Polizei mit Kunst am Bau?