Dirk Braun und Jürgen Kruck an der Vorschot von der Segler-Vereinigung Wuppertal sind internationale Deutsche Meister in der Korsarklasse. Nach fünf Wettfahrten auf dem Starnberger See lagen sie vor Markus und Stefanie Klug vom Waginger Segelclub. Die Lokalmatadore Michael Heilingbrunner und Ute Rogers vom Ammerlander Segel-Club (AmSC) kamen auf Rang drei. 49 Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Österreich und Polen, hatten sich für die Wettfahrten zur Internationalen Deutschen Meisterschaft angemeldet.
Die Regatta fand vom 30. Juni bis 2. August „unter äußerst schwierigen Windverhältnissen“ statt, zieht Wettfahrtleiter Thomas Brunner (AmSC) Bilanz. So musste er die sechste Wettfahrt am Samstag wegen Windmangels bereits auf der Startkreuz abbrechen. Auch die vierte Wettfahrt kam wegen eines aufziehenden Gewitters zunächst nicht zustande, konnte dann aber bei guten Segelbedingungen wiederholt werden. Häufig drehende Winde aus unterschiedlichen Richtungen bestimmten diese Regatta.
„Für Bayern war es viel Wind“, sagte Birgit Schwab vom Segelclub Würmsee, Vorschoterin von Jens Grass (Münchner Yacht-Club), die den siebten Gesamtplatz holten. Es habe sich gezeigt, dass der Starnberger See kein Leichtwindrevier ist, wie so oft gesagt wird. „Das Feld war sehr eng zusammen, das war sportlich interessant.“
Das bestätigte auch Uly Sommer, Sportwart des AmSC, der die Übertragung der jeweiligen Ergebnisse auf die Website manage2sail.de bewerkstelligte. Die Zweit- und Drittplazierten seien beispielsweise nur durch zwei Punkte getrennt. Die ersten zehn seien sehr eng beieinander. Sommer fand es gut, dass vier Wettfahrten mit einem Streicher zustande kamen.
Start bei Sonnenschein
Durch eine geschickte Formulierung in der Ausschreibung konnte schließlich die Regatta nach Erreichen der erforderlichen Wettfahrten am Samstag bereits um 15 Uhr beendet werden. Damit blieb den Crews genügend Zeit für das Abtakeln ihrer Boote und die Vorbereitung auf den Festabend.
Der erste Durchgang mit einem Feld von etwa 47 Booten startete am Donnerstag noch bei Sonnenschein. Dann verdunkelte sich der Himmel, der Wind frischte auf und blies mit etwa zwölf Knoten. Um danach wieder abzuflauen. Der Wettfahrtleiter hatte die Sorge, dass nicht alle Teilnehmer innerhalb eines Zeitfensters von 15 Minuten ins Ziel kämen.

Aber da frischte der Wind plötzlich wieder auf und beförderte alle über die Ziellinie. Drei Mannschaften kenterten, zum Teil unter Spinnaker. Bei der zweiten Wettfahrt musste eine Wendeboje verlegt werden, weil der Wind um 40 Grad nach Nord drehte. Es kam auch zu mehreren Frühstarts und Rückrufen des Felds.
Bei der dritten Wettfahrt mussten die Bojen erneut umgelegt werden, weil der Wind wieder auf West drehte. Außerdem waren erneut mehrere Startversuche notwendig. Zur Hälfte dieser Wettfahrt drehte der Wind um 60 Grad auf Nordwest. Aus Zeitgründen war eine Bahnänderung nicht mehr möglich, weshalb man sich statt eines Halbwind- mit einem Kreuzkurs behalf. Brunner lobte die bayerische Seenschifffahrt, die stets das Regattafeld umrundete, obwohl sie laut Regeln Vorfahrt hatte.
Nach drei Wettfahrten führten Heilingbrunner/Rogers, an zweiter Position lagen Biskupek/Wirtz aus Wuppertal, auf Platz drei Sippel/Oberem vom Waginger Segelclub. Weitere Favoriten wie Thomas Pauer (Segelclub Graben-Neudorf) und Christina Heilingbrunner (AmSC) erreichten Platz fünf, Alexander Seeger und Stephi Jörges (beide AmSC) Platz 8.
Eine Wettfahrt wird abgebrochen
Ungewöhnliche Wetterbedingungen herrschten auch am zweiten Wettfahrttag. Morgens baute sich bei Regen ein guter Sündwind auf. Ein Gewittersystem mit einer dunklen Wolkenfront schien im Norden vorbeizuziehen. Sobald die führende Crew auf die Zielkreuz einbog, drehte sich aber die Gewitterfront und kam direkt auf das Feld zu.
Aus Sicherheitsgründen, es lief die Sturmvorwarnung, brach Brunner die Wettfahrt ab. Seglerinnen und Segler kehrten an Land zurück, während das Startboot draußen blieb. Der Wind drehte von Nordwest auf Ost und dann nach Süd. Dieser Südwind bescherte eine gute vierte Wettfahrt. Mit deren Beendigung war die erforderliche Anzahl an Wettfahrten für eine ordnungsgemäße Deutsche Meisterschaft erreicht.
Die Abendsonne tauchte See und Berge in ein malerisches Licht, das Segelrevier zeigte sich von seiner besten Seite. Es gelang sogar noch eine fünfte Wettfahrt und damit ein Streicher. So konnte das schlechteste Einzelergebnis gestrichen werden.
Ein sichtlich erleichterter Wettfahrtleiter bedankte sich bei dem „tollen AmSC-Team und den netten Teilnehmern“. Die Stimmung sei immer gut gewesen. Birgit Schwab, die seit 40 Jahren zusammen mit dem Starnberger Arzt Jens Grass in Deutschland, Österreich, Polen und der Schweiz segelt, bedankte sich für die „gute Organisation mit viel Herzblut“.

