Krailling Das Sprachrohr der G7-Demo

Bereits im Vorfeld zum G-7-Gipfel in Elmau wird es in München zu zahlreichen Protesten kommen.

(Foto: dpa)

Mit Kampagnen kennt er sich aus: Jetzt organisiert Markus Weber die Groß-Kundgebung am Stachus gegen den G-7-Gipfel - und hofft auf ein friedliche Kundgebung an Fronleichnam mit Familien und Senioren.

Von Manuela Warkocz

Noch gut zwei Wochen Tage. Der Countdown bis zur großen G7-Demo läuft, Markus Weber bekommt sein Handy kaum noch vom Ohr. Der Kraillinger gehört zum Organisationsteam für die Kundgebung der Gipfel-Kritiker am 4. Juni in München. Im Vorfeld des G7-Gipfels der Staatschefs in Elmau ruft ein breites Bündnis - von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft über Grüne und Bund Naturschutz in Bayern bis Oxfam Deutschland - zum Widerstand "gegen TTIP, Klimakiller und Armut" auf. Der 31-jährige Politikwissenschaftler Weber hält im Nymphenburger Büro die Fäden für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Hand.

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Ein hauptamtlicher Job. Seit drei Monaten ist der Aktivist zusammen mit drei weiteren Mitstreitern beim Trägerkreis fest angestellt. Mit "Kampagnenarbeit" kennt er sich aus, war für Attac Deutschland und andere NGOs tätig. Auch bei 18-Stunden-Tagen bleibt er gelassen: "Die Orga Demo läuft ganz gut", sagt er. Die Kundgebung ist angemeldet, Spots in Münchner U-Bahnen und Medien geschaltet. Er spricht vom "schwierigen Klima und Umfeld" angesichts extremer Sicherheitsmaßnahmen und Polizeipräsenz in der Landeshauptstadt.

Trotzdem gibt sich Weber optimistisch, "dass wir mindestens 10 000 Teilnehmer mobilisieren". 10 000 sind angemeldet, mehr fände das Team "natürlich schön", sagt Weber. Immerhin sind am 18. April 19 000 Menschen in München gegen TTIP auf die Straße gegangen.

Friedlich soll es zugehen bei der Kundgebung an Fronleichnam. Am Stachus werden ab 14 Uhr auch Familien und Senioren erwartet. Dabei soll nicht der G7-Gipfel per se verdammt werden. Die Stoßrichtung, wie sie Markus Weber vorgibt, ist eine andere: "Die Gipfeltreffen haben bislang nur leere Zusagen gebracht. Wir fordern konkrete Ergebnisse." Der G7- Agenda wolle man eigene politische Themen entgegen setzen. Seine eigene Motivation, so vehement einzusteigen? "Ich glaube, dass es eine ganz starke Bürgerbewegung etwa gegen TTIP gibt. Der Gehör zu verschaffen - da will ich ansetzen."

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Als Sprachrohr agiert Weber auf sämtlichen Kanälen. Neues postet er ständig auf Twitter, Facebook, der Homepage www.g7-demo.de. Um der Demo zum Erfolg zu verhelfen gibt es Aufrufe, bitte Flyer, Plakate und Videoclips zu verbreiten. Jetzt rollt auch langsam die Welle der Journalisten-Anfragen an. Diesen Montag hat sich sogar einer aus den USA bei Weber gemeldet: "Es ging mehr um was Wissenschaftliches. Wie Protest hier gestaltet wird." In 15 Tagen weiß Weber das genau.

Markus Weber gehört zum Organisationsteam für die Kundgebung der Gipfel-Kritiker am 4. Juni in München.

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