Immobilien im Landkreis StarnbergMaffay-Stiftung übernimmt Schullandheim in Pöcking

Lesezeit: 3 Min.

Der neue Mieter ist da: Peter Maffay (Mitte) mit seiner Ehefrau Hendrikje Makkay und Christine Siebert vom Studiengenossenverband (links) sowie seinem Stiftungsgeschäftsführer Albert Luppart und Brigitte Ziegler vom Studiengenossenverband (von rechts) im Garten des Schullandheims in Pöcking.
Der neue Mieter ist da: Peter Maffay (Mitte) mit seiner Ehefrau Hendrikje Makkay und Christine Siebert vom Studiengenossenverband (links) sowie seinem Stiftungsgeschäftsführer Albert Luppart und Brigitte Ziegler vom Studiengenossenverband (von rechts) im Garten des Schullandheims in Pöcking. Franz Xaver Fuchs
  • Die Peter-Maffay-Stiftung übernimmt das ehemalige Schullandheim des Münchner Luisengymnasiums in Pöcking als drittes Tabalugahaus in der Region.
  • Nach zwei Jahren Leerstand wird das Haus für etwa 200 000 Euro modernisiert, es soll schon Anfang nächsten Jahres wieder Kindergruppen beherbergen.
  • Der Mietvertrag läuft 25 Jahre, das Luisengymnasium darf vier Wochen im Jahr weiterhin das Gelände nutzen.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Viele Jahre haben Schüler des Münchner Luisengymnasiums einen Teil ihrer Ferien hier verbracht. Doch dann kündigte die Stadt den Mietvertrag. Nach zwei Jahren Leerstand wird die Einrichtung nun zu einem „Tabalugahaus“.

Von Michael Berzl, Pöcking

SZ bei Google bevorzugen

Auf den hölzernen Stockbetten und einigen Kleiderschränken sind mit Tesafilm grüne Zettel festgeklebt mit der Aufschrift „bleibt“. Unterstrichen und mit Ausrufezeichen. Das stimmt. Trotz eines Wechsels bleibt im alten Landschulheim des Münchner Luisengymnasiums vieles, wie es war. Die Peter-Maffay-Stiftung mit Sitz in Tutzing übernimmt das Anwesen mitten in Pöcking als Mieterin und baut dort das dritte „Tabalugahaus“ in der Region auf. Damit bleibt die Nutzung zumindest ähnlich. „Ich kann mir schon gut vorstellen, wie das sein wird, wenn hier einmal Kinder durch das Haus tollen“, sagte der Sänger und Stiftungsvorstand am Dienstag bei der Unterzeichnung des Mietvertrags mit Vertreterinnen des Studiengenossenverbands des Münchner Gymnasiums, dem das Gebäude gehört. „Ein Glücksfall“, sagten Christine Siebert und Brigitte Ziegler vom Vereinsvorstand zu der neuen Kooperation.

Dieser Verein hatte mehrere Grundstücke und auch das 3000 Quadratmeter große Areal an der Feldafinger Straße vor 80 Jahren von der Schulabsolventin Maria Heldrich geerbt. Die Immobilie ist bestimmt eine Menge wert, sie befindet sich in attraktiver Lage mitten im Wohngebiet, nebenan eine Villa mit Türmchen. Der Verband verkaufte die anderen Grundstücke und finanzierte so das nach der Erblasserin benannte Schullandheim, das im September 1952 eröffnet wurde und seither Schülern und ihren Familien für Ferienaufenthalte zur Verfügung stand.

Für viele Absolventen des städtischen Gymnasiums beim Münchner Hauptbahnhof sind mit diesem Ort bleibende Erinnerungen verbunden: „Unvergessliche, freudige und zusammenschweißende Fahrten, mit viel Musik, Tanz, Theater, Reden, Lachen, Wanderungen, Radrunden, Segeltörns, SMV-Aktionen, Tischtennisbattles und so vielem mehr“, wie die Schule auf ihrer Homepage schwärmt. Es sei Tradition gewesen, dass jede Klasse einmal nach Pöcking fährt, erzählen Siebert und Ziegler, es sei ein „identitätsstiftender Ort“.

Das ist vorbei, seit zwei Jahren sind keine Gruppen mehr gekommen. Nach einer Begehung, bei der bauliche Mängel festgestellt wurden, hatte die Stadt München den Mietvertrag gekündigt. „Sparmaßnahmen“, sagen Siebert und Ziegler, die Stadt habe weitere Investitionen gescheut. Vor allem der Brandschutz entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen; da werden einige Modernisierungsarbeiten fällig. An diesem Donnerstag wird ein weiteres Mal untersucht, was dafür nötig ist.

Auf den Stockbetten in den Zimmern des Marie-Heldrich-Heims kleben grüne Zettel mit dem Hinweis, dass sie dort bleiben sollen.
Auf den Stockbetten in den Zimmern des Marie-Heldrich-Heims kleben grüne Zettel mit dem Hinweis, dass sie dort bleiben sollen. Franz Xaver Fuchs
Im Innenhof des Schullandheims steht noch eine Tischtennisplatte.
Im Innenhof des Schullandheims steht noch eine Tischtennisplatte. Franz Xaver Fuchs

Der Aufwand hält sich jedoch in Grenzen. Stiftungsgeschäftsführer Albert Luppart, der als Kommunalpolitiker für die Freien Wähler (FW) im Starnberger Kreistag sitzt, rechnet mit Investitionen in Höhe von etwa 200 000 Euro; es gebe aber auch schon einige Zusagen von Sponsoren. Schon Anfang nächsten Jahres könnten nach seinen Worten wieder die ersten Kindergruppen kommen.  Und bald wird der Tabaluga-Drache überall im Haus präsent sein, so wie das auch an den anderen Standorten der Stiftung der Fall ist.

Den Kontakt zwischen Stiftung und Studienverband hatte der Pöckinger Bürgermeister Rainer Schnitzler (PWG) eingefädelt. Nach langem Bangen für den Studiengenossenverband ist es recht schnell gegangen. Vor fünf Wochen sei er zum ersten Mal im Ferienhaus gewesen, sagte Maffay. Die Erleichterung über die langfristige Kooperation ist spürbar beim Pressetermin mit Unterzeichnung der Mietverträge für die nächsten 25 Jahre. Bei dem Verband, dem das Haus gehört, ist man erleichtert, dass es auch weiterhin eine Nutzung im Sinne von Maria Heldrich gibt: „Sie waren unsere Retter“. Zudem darf das Luisengymnasium vier Wochen im Jahr weiterhin das Gelände mit großem Garten, Hartplatz im Freien und Mehrzweckraum im Keller nutzen.

Der Tabaluga-Drache, Markenzeichen der Maffay-Stiftung, zieht auch in Pöcking ein. Hier eine große Version, die beim Haus der Stiftung in Jägersbrunn sitzt.
Der Tabaluga-Drache, Markenzeichen der Maffay-Stiftung, zieht auch in Pöcking ein. Hier eine große Version, die beim Haus der Stiftung in Jägersbrunn sitzt. Franz Xaver Fuchs

Und bei der Maffay-Stiftung werden schon eifrig Pläne geschmiedet. „Hier wird viel passieren“, verspricht Geschäftsführer Luppart. Er kann sich Workshops und Lesungen vorstellen. Auch Schulklassen aus der Region könnten kommen. Und Maffay erklärt: „Ich kann versprechen, dass Musik immer eine große Rolle spielen wird, auch in diesem Haus.“ Zwei Gruppen mit jeweils 14 Kindern können sich dort für acht bis zehn Tage erholen.

Für die Maffay-Stiftung ist der Standort in Pöcking eine sinnvolle Ergänzung des Angebots für benachteiligte Kinder. Die Gruppen sind außerdem in der ehemaligen Jugendherberge beim Maisinger See und seit 2015 bei Weilheim im Gut Dietlhofen. In Radeln in Rumänien hat die Stiftung ein Kinderferienhaus. Das Zentrum der Stiftung bildet ein ehemaliges Ärztehaus in Pollença auf Mallorca; zugleich ist es Schnittstelle zwischen dem Stiftungsbüro in Tutzing und der therapeutischen Finca Ca’n Llompart mit Oliven- und Zitronenplantagen im Norden der Insel.

Die Stiftung unter dem Vorsitz von Peter Maffay wurde im Jahr 2000 gegründet. Tausende Kinder werden jedes Jahr an den Standorten in Bayern und Rumänien sowie auf Mallorca betreut.

Das Tabaluga-Haus in Jägersbrunn am Maisinger See kann bei einem Tag der offenen Tür am Samstag, 18. Juli, von 12 bis 18 Uhr besichtigt werden. Es gibt ein Rahmenprogramm mit Musik und Informationen über die Projekte der Maffay-Stiftung.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Klimawandel und Waldbau
:Hoch hinauf im Mammutbaum

Der Baumfachmann Marc Mosig sieht in einem lebenden Fossil die Zukunftsbaumart für den von der Klimakrise bedrohten Wald. Um Samen des seltenen Berg-Mammutbaums zu ernten, klettert er auf eines der mächtigsten Exemplare in Bayern.

SZ PlusVon Armin Greune

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: