Fünfseen-Filmfestival:14 000 Besucher und sechs Filmpreise

Fünfseen-Filmfestival: Am See war's zwar kühl, aber immerhin herrschte vor zwei Wochen noch so etwas wie Sommerwetter: die Eröffnung des Fünfseen-Filmfestivals.

Am See war's zwar kühl, aber immerhin herrschte vor zwei Wochen noch so etwas wie Sommerwetter: die Eröffnung des Fünfseen-Filmfestivals.

(Foto: Arlet Ulfers)

Obwohl die Open-Airs verregnet und die Zuschauerzahlen wegen der Pandemie begrenzt sind, zieht Leiter Matthias Helwig eine positive Bilanz. Zum Abschluss des cineastischen Großereignisses am Dienstag werden noch einmal sechs Auszeichnungen vergeben.

Von Gerhard Summer

Das Fünfseen-Filmfestival lässt sich von der Pandemie nicht kleinkriegen. Zur Jubiläumsausgabe von 18. bis 31. August kamen nach den hochgerechneten Zahlen der Veranstalter wieder etwa 14 000 Besucher, das sind genauso viele wie im Vorjahr, als das Kinoevent erstmals unter Corona-Konditionen über die Bühne ging. Dabei fielen zuletzt alle Open-Airs im Seebad Starnberg wegen des Sauwetters ins Wasser, die letzte Freilichtvorführung des Cinemamobiles in Weßling und die weiteren Vorstellungen in Schloss Seefeld wären ohnehin nicht mehr möglich gewesen: Das fahrende Kino des in München lebenden Regisseurs Wolf Gaudlitz brannte am vergangenen Freitag bei Finning am Ammersee aus.

Am Dienstagabend endete das 15. Festival mit einem Stummfilmklassiker und der Verleihung von sechs Preisen im Kino Gauting. Zwei ukrainische Filmemacher räumten ab: Kateryna Gornostai gewann mit "Stop - Zemlia" die wichtigste Auszeichnung des Kinofestes, den Fünfseen-Filmpreis, Natalya Vorozhbit reüssierte mit "Bad Roads" in der Kategorie "Perspektive Junges Kino". Der SZ-Publikumspreis ging an Sonia Liza Kentermans "Der Hochzeitsschneider von Athen", den erstmals vergebenen Award in der von Anne und Alex Eichberger initiierten Reihe "Kino & Klima" erhielt Franz Böhm für "Dear Future Children".

Nach Angaben von Festivalsprecherin Maren Martell konnten wegen der geltenden Abstandsregeln zwar nur 30 bis 60 Prozent der Kinoplätze besetzt werden, auch bei den Open-Airs war die Zahl der Besucher limitiert. Der Eröffnungsabend in Zeiten noch relativ niedriger Inzidenz mit knapp 500 Gästen dürfte damit die bestbesuchte Vorstellung im Fünfseen-Kinosommer gewesen sein. Trotzdem waren laut Martell etliche Vorführungen unter Corona-Bedingungen ausverkauft. Besonders gefragt seien Filme wie "Die Unbeugsamen" über die Kampf der Politikerinnen in der Bonner Republik oder die zwischen Drama, Komödie und poetischem Bilderreigen angesiedelten Streifen "Der Hochzeitsschneider von Athen" und "Der Rosengarten von Madame Vernet" gewesen. Ukrainische und iranische Problemfilme hätten nicht so viel Publikum gefunden.

Festivalleiter Matthias Helwig zeigte sich mit den rund 14 000 Besuchern nach eigenen Worten sehr zufrieden: "Trotz schwieriger Bedingungen durch Corona und der völlig verregneten Kino-Open-Airs konnten wir ein tolles Ergebnis erzielen", sagte er. Alles in allem standen in den zwei Wochen etwa 150 Filme auf dem Programm, doppelt so viele wie beim ebenfalls vom Wetter gebeutelten 38. Filmfest München, das 25 500 Besucher anzog. Beim bisher letzten Fünfseen-Festival unter Normalbedingungen im Jahr 2019 konnte Helwig noch einen Publikumsrekord feiern, damals waren 21 000 Leute gekommen. Doch nach wie vor sei das "Interesse an Filmen da und das Stammpublikum treu", sagte Martell. Sie habe auch nicht den Eindruck, dass die im Landkreis seit 26. August geltende 3-G-Regel Cineasten vom Kinobesuch abgehalten habe.

© SZ vom 01.09.2021
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