Die Corona-Fallzahlen im Landkreis bleiben trotz der Ausgangsbeschränkungen auf relativ hohem Niveau. Das Landratsamt meldete am Dienstag 28 neue Fälle, die meisten davon aus Starnberg (9) und Gauting (8). Die Sieben-Tages-Inzidenz sinkt am Dienstag auf 116,30. Einen Tag später meldet das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit einen Wert von 129,51. Der Grund: Die amtlichen Zahlen beinhalten aufgrund zeitverzögerter Meldungen stets eine gewisse Unschärfe. Barbara Beck, Pressesprecherin des Landratsamtes, zeigte sich daher am Dienstag irritiert darüber, dass die jüngsten Todesfälle am Starnberger Klinikum oder im Seniorenstift Seefeld in der Statistik bislang nicht erfasst seien.
Gleichwohl scheint sich das Corona-Geschehen im Kreisklinikum Starnberg und in der Herrschinger Schindlbeck-Klinik abzuschwächen. In Starnberg wurden am Dienstag fünf Patienten entlassen, es verblieben 17 Covid-19-Patienten auf der Normalisolierstation. Allerdings gab es hier einen weiteren Todesfall: Ein 80-jähriger multimorbider Patient aus dem Landkreis starb an den Folgen mehrerer Erkrankungen, teilte Pressesprecher Stefan Berger mit. Darüber hinaus verzeichnete die Klinik keine neuen infizierten Mitarbeiter oder Patienten. Das Gleiche trifft für die Schindlbeck-Klinik zu. Hier verbleiben noch sieben Covid-19-Patienten auf der Normalisolierstation.
"Tendenz abnehmend" meldete das Seniorenstift Seefeld. Trotz der drei Todesfälle "sind wir bis jetzt glimpflich davongekommen", so Geschäftsführer Ulf Walliczek. Derzeit seien 28 der 48 Bewohner in einem separierten Bereich. Alle Pfleger und Bewohner wurden am Dienstag erneut getestet, die Resultate sollen bis Neujahr vorliegen. Im Rummelsberger Stift in Starnberg gibt es eine Neuinfektion im Wohnbereich "Mühlthal", der nun bis 11. Januar unter Quarantäne steht; bisher war hier nur die Wohngruppe "Roseninsel" betroffen. Aus dem Benedictus-Krankenhaus Feldafing, wo sich über die Feiertage fünf Patienten infiziert hatten, gab es keine Mitteilung.
Am Dienstag sind die ersten 80 Mitarbeiter der Asklepios-Lungenklinik in Gauting gegen Covid-19 geimpft worden. Innerhalb von zwei Tagen soll ein Drittel der Belegschaft das Vakzin erhalten: vom Reinigungspersonal über Dokumentationsassistenten bis hin zu den Pflegekräften und Ärzten, die auf den Covid-Stationen arbeiten. Die Aktion sei freiwillig, "jeder, der sich impfen lassen will, hat hier die Möglichkeit", so Geschäftsführer Jörgen Wißler in einer Mitteilung des Krankenhauses.
Sowohl Wißler als auch der Ärztliche Direktor Wolfgang Gesierich und der Gesundheits- und Krankenpfleger Goran Sumic ließen sich am Dienstag immunisieren. Sumic leitet die Pflegeabteilung der Klinik für Infektiologie. Er habe sich aus zwei Gründen so schnell wie möglich impfen lassen: Zum einen, weil Mitarbeiter des Hauses nicht zur Gefahr für Patienten werden dürften, zum anderen, weil er auch die Menschen, die ihm besonders nahe stehen, auf keinen Fall infizieren möchte. "Ich selbst habe seit Anfang des Jahres meine Großmutter nicht mehr besucht, aus Angst sie anzustecken."
