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Coronavirus im Landkreis Starnberg:14 Todesfälle in Seniorenheim

Im BRK-Altenheim Schloss Garatshausen gibt es einen Ausbruch auf der Demenzstation. 23 Bewohner sind aktuell infiziert.

(Foto: Arlet Ulfers)

Die Bewohner der BRK-Einrichtung im Feldafinger Ortsteil Garatshausen sind in den vergangenen Wochen gestorben. Einige waren zuvor geimpft worden, doch noch nicht vollständig vor einer Ansteckung geschützt.

Von Carolin Fries und David Costanzo

Im BRK-Seniorenheim in Garatshausen sind in den vergangenen Wochen mindestens 13 mit dem Coronavirus infizierte Bewohnerinnen und Bewohner gestorben. Die Toten seien zwischen 78 und 102 Jahren alt gewesen, teilte Landratsamtssprecherin Barbara Beck am Freitag mit. Bei acht von ihnen gilt der Erreger als Todesursache, bei den übrigen laufen laut Landratsamt die Untersuchungen.

Zwei Sterbedaten liegen vor Weihnachten am 20. und 23. Dezember, die übrigen nach 5. Januar. Allein am vergangenen Samstag sind laut Beck vier Bewohner gestorben. Warum die Todesfälle bislang nicht behördlich registriert wurden, werde geklärt. BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang, der sogar von 14 Toten in den vergangenen Wochen spricht, versichert, dass alle Zahlen tagesaktuell an das Gesundheitsamt übermittelt worden seien.

In dem Altenheim in Feldafing gibt es seit Mitte Dezember einen Ausbruch, betroffen ist der Wohnbereich für demente Bewohner im Rundbau im ersten und zweiten Obergeschoss. Eingeschleppt haben soll das Virus laut Lang ein Bewohner, der damals aus der Herrschinger Schindlbeck-Klinik entlassen wurde, wo sich das Virus in den Wochen vor Weihnachten verbreitet hatte. "Der Bewohner wurde zwar mit einem negativen Testergebnis entlassen, hatte sich aber vermutlich schon infiziert", so Lang.

Die ersten Impfungen am 27. Dezember konnten die Ausbreitung nicht stoppen. Auch einige Bewohner, die eine der ersten Impfdosen im Landkreis erhielten, infizierten sich, "einige starben", so Lang. Das sei "besonders tragisch". Doch die erste Impfung allein biete erst nach einigen Tagen einen teilweisen Schutz vor einer Ansteckung, so Lang, "allein die vollständige Impfung schützt". An diesem Sonntag sowie am kommenden Dienstag erfolgen in Garatshausen die Zweitimpfungen.

Am Freitag waren in dem Altenheim 23 Bewohner infiziert und auf zwei Stationen isoliert. Für Kontaktpersonen wurde eine zusätzliche Isolierstation eingerichtet. Unter den Mitarbeitern hat es laut Lang elf Ansteckungen gegeben, fünf Mitarbeiter seien bereits wieder gesund.

Bislang verzeichnet der Landkreis 32 Tote

Am Donnerstag ist zudem eine Frau im Alter von Mitte 70 Jahren aus Herrsching gestorben, die im Benedictus-Krankenhaus in Tutzing behandelt worden sei, wie das Landratsamt mitteilt. Im Landkreis sind am Freitag 51 neue Infektionen registriert worden. Mit 21 stammen die meisten aus Starnberg. Das Altenheim Rummelsberger Stift verzeichnet laut Landratsamt allein zwölf neue Infektionen unter Bewohnern, erkrankt sind damit insgesamt 38. Die übrigen Fälle verteilen sich vor allem auf Gilching, Gauting und Tutzing. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 123,7 Fälle pro 100 000 Einwohner.

Anders als in Starnberg vergibt der Landkreis Landsberg bereits Termine für über 80-Jährige im Impfzentrum auf dem ehemaligen Militärflughafen in Penzing. Die schlechte Verkehrsanbindung vom Ammersee aus stellt Senioren etwa aus Dießen aber vor ein Problem. Darum soll nun ein mobiles Impfteam in die Gemeinde kommen, in der 1100 über 80-Jährige leben - das entspricht jedem siebten Landsberger Landkreisbürger in der Altersgruppe. Bürgermeisterin Sandra Perzul habe sich mit der Bitte an Landrat Thomas Eichinger gewandt, teilt das Rathaus mit. Aktuell liefen Gespräche mit dem Impfzentrum.

In Utting hilft dagegen die Nachbarschaftshilfe des Vereins Füreinander über 80-Jährigen bei der Vermittlung eines Fahrdienstes, teilt Vorstand Hans Starke mit. Die Nachbarschaftshilfe ist unter Telefon 0151/67157064 erreichbar.

© SZ vom 16.01.2021
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