Lehre im Landkreis Starnberg:Weniger Auszubildende als im Vorjahr

Wegen der Corona-Pandemie haben jungen Menschen heuer die Angebote gefehlt, sich beruflich zu orientieren. 198 Stellen sind noch immer im Landkreis Starnberg frei. Deshalb sind Bewerbungen bis weit in den Herbst möglich.

Von Kim Fischer und Valerie Künzl

Lehre im Landkreis Starnberg: Das Landratsamt Starnberg und seine Auszubildenden.

Das Landratsamt Starnberg und seine Auszubildenden.

(Foto: Landratsamt)

Ausbildungsmessen und Schnupperpraktika: Fehlanzeige. Wegen der Corona-Pandemie haben junge Menschen in diesem Jahr nur wenig Möglichkeiten vorgefunden, sich beruflich zu orientieren. Dennoch starteten insgesamt 196 Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Starnberg am 1. September in den Ausbildungsberufen der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern (IHK) - 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Als besonders beliebt unter den 50 möglichen IHK-Ausbildungen im Landkreis habe sich bei jungen Frauen der Beruf der Kauffrau für Büromanagement erwiesen, bei jungen Männern der des Verkäufers. 198 Lehrstellen in verschiedenen Branchen konnten einer aktuellen Statistik der Arbeitsagentur zufolge bisher nicht besetzt werden.

Lehre im Landkreis Starnberg: Der Autozulieferer Webasto und seine Nachwuchskräfte.

Der Autozulieferer Webasto und seine Nachwuchskräfte.

(Foto: Webasto)

Die vielen offenen Stellen begründete Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg, mit einem Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern. Dies werde in Zukunft zu erheblichen Problemen auf dem Arbeitsmarkt führen: "Bis 2030 gehen 2,8 Millionen Erwerbstätige in Bayern in Rente. Im gleichen Zeitraum wird es aber nur 1,5 Millionen Schulabgänger als potenziellen Fachkräftenachwuchs für diese offenen Stellen geben." Deshalb können sich junge Menschen auch noch in den kommenden Wochen und Monaten um eine Ausbildung bewerben, wie auch IHK-Sprecher Florian Reil betont. Die freien Plätze seien online in der Lehrstellenbörse der IHK zu finden.

Lehre im Landkreis Starnberg: Die Andechser Molkerei Scheitz mit auszubildendem Personal.

Die Andechser Molkerei Scheitz mit auszubildendem Personal.

(Foto: Andechser)

Sich auf freie Stellen auch noch im Laufe des Herbsts zu bewerben, soll auch im Handwerk möglich sein, wie Kreishandwerksmeister Ludwig Gansneder und Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl der Handwerkskammer für München und Oberbayern betonen. Bis jetzt haben im Landkreis Starnberg 141 junge Menschen Ausbildungen in handwerklichen Berufen begonnen - so viele wie 2020. Die meisten Arbeitsverträge wurden für Ausbildungen zum Kraftfahrzeugmechaniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und zum Elektroniker unterzeichnet. Gut ausgebildetes Fachpersonal in diesem Bereich sei besonders wichtig bei gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel, sagt Kammerpräsident Peteranderl. Vor allem im Bereich der energetischen Gebäudesanierung würden hier in Zukunft immer mehr Fachkräfte gebraucht.

Lehre im Landkreis Starnberg: Die VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg und ihre neuen Nachwuchskräfte.

Die VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg und ihre neuen Nachwuchskräfte.

(Foto: VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg)

Neue Nachwuchskräfte hat auch das Landratsamt Starnberg gewonnen: Dort haben 15 junge Menschen ihre Ausbildung zum Verwaltungsangestellten oder zum Verwaltungswirt begonnen. Bei Webasto, einem der 100 weltweit größten Zulieferer der Automobilindustrie mit Hauptsitz in Stockdorf, fingen 63 Lehrlinge und dual Studierende ihre Ausbildungen im kaufmännischen und technischen Bereich an.

In der Andechser Molkerei Scheitz starteten sechs Auszubildende in ihr Berufsleben. Dieses Jahr wurden dort erstmalig Ausbildungsplätze zum Maschinen- und Anlagenführer angeboten. Bei der VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg fingen sieben Auszubildende an. Das Geldinstitut bildet sechs davon zu Bankkaufleuten aus und einen zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement.

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